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Gruppe B: Südkorea im PorträtSie suchen den Rausch

27.05.2010, 19:20 Uhr

Im eigenen Land spielten sich die Südkoreaner 2002 wie im Rausch bis ins Halbfinale, ansonsten gab es für die Asiaten bei Weltmeisterschaften bislang nicht viel zu holen: Aus in der Vorrunde. Nach einer herausragenden Qualifikation wollen es die Südkoreaner diesmal besser machen - und schielen dabei nach Norden.

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Südkoreas Superstar: Ji-Sung Park von Manchester United. (Foto: picture alliance / dpa)

Als das WM-Abonnement einmal mehr verlängert worden war, nahmen die Südkoreaner ein ehrgeiziges Ziel ins Visier. "Wir wollen ins Achtelfinale. Und dann werden wir versuchen, noch eine Runde weiterzukommen", sagte Trainer Huh Jung-Moo, nachdem die "Taeguk Warriors" mit zum achten Mal eine Fußball-WM erreicht hatten - zum siebten Mal in Folge.

Der Einzug in die K.o.-Runde wäre für die WM-Stammgäste ein großer Erfolg, denn bislang scheiterten sie immer in der Vorrunde - außer 2002. Im eigenen Land stürmten sie unter der Anleitung von Trainer Guus Hiddink bis ins Halbfinale und begeisterten Millionen Landsleute, scheiterten aber denkbar knapp mit 0:1 an der deutschen Mannschaft.

Kater nach dem Rausch

Die Bilder der ganz in Rot gekleideten und angemalten Menschenmassen, die in Seoul und den anderen Großstädten Straßen und Plätze bevölkerten, gingen um die Welt. Beim Vorrundenaus 2006 in Deutschland kam nach dem Rausch der Kater. Wie schon bei den Weltmeisterschaften 1954, 1986, 1990, 1994 und 1998 verpassten die Asiaten die zweite Runde.

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Michael Ballack stoppte die südkoereanische Überraschungsmannschaft im Halbfinale. (Foto: AP)

"Der beispiellose Erfolg von 2002 hat dafür gesorgt, dass die Erwartungen an uns sehr hoch sind", sagte Huh: "Aber inzwischen gibt uns der Erfolg auch Auftrieb. Wir stehen auf der Weltbühne und repräsentieren nicht nur unser Land, sondern den gesamten Kontinent. Das ist allein schon genug Motivation."

Zusätzliche Bedeutung gewann die WM in Südafrika, weil die Brüder im Norden sich ebenfalls qualifizierten. "Das ist historisch", sagte Huh, nachdem Nordkorea erstmals seit 1966 das WM-Ticket gelöst hatte. "Die WM könnte zu einem Sportfest für die koreanische Halbinsel werden", schrieb die südkoreanische Zeitung Economic Daily. Auch wenn Huh sich über die historische Doppel-Teilnahme der Koreaner freute, das Verhältnis der beiden Staaten, die sich offiziell noch im Kriegszustand befinden, extrem angespannt - auch im Fußball.

Schuldzuweisungen aus dem Norden

Nordkorea warf dem Süden vor, vor dem Qualifikationsspiel in Seoul im vergangenen Jahr Speisen der Spieler vergiftet zu haben. Drei Akteure wurden angeblich krank, der Weltverband FIFA wies den Antrag auf Verlegung des Spiels an einen neutralen Ort zurück - Nordkorea musste in Seoul spielen, verlor 0:1 und qualifizierte sich am Ende dank Schützenhilfe aus dem Süden doch.

Huhs Team hatte in der Qualifikation überhaupt keine Probleme. Der Asienmeister von 1956 und 1960 blieb als einziges Team ungeschlagen und stand schon zwei Runden vor dem Ende als WM-Teilnehmer fest. Mittelfeldstar Park Ji-Sung, seit 2005 bei Manchester United und damit der erste Koreaner in der Premier League, steuerte alleine fünf Tore bei.

Bis zum 0:1 im Test am 18. November 2009 gegen Serbien blieb die Mannschaft gar in 27 Spielen ungeschlagen. Dennoch ist Südkorea bei der ersten WM in Afrika wieder nur Außenseiter. "Ich will nicht sagen, dass wir über die Auslosung gejubelt haben", sagte der Ex-Dortmunder Lee Young-Pyo, "aber wir akzeptieren sie. Unsere Chancen kann ich schwer einschätzen, aber gegen Griechenland und Nigeria können wir durchaus gewinnen." Für diese Aufgabe holte Trainer Huh sogar Ahn Jung-Hwan, den WM-Helden von 2002, zurück ins Team. Und der Verband

Quelle: Thomas Lipinski, sid