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Das Atomkraftwerk Fukushima im Nordosten Japans.
Das Atomkraftwerk Fukushima im Nordosten Japans.(Foto: REUTERS)
Freitag, 11. März 2011

Kernkraftwerke in Japan: Erdbebensicherungen sind Pflicht

Das schwere Erdbeben in Japan und der anschließende Tsunami haben auch die Angst vor Beschädigungen der zahlreichen Atomkraftwerke in dem Land geschürt. Da das Leben mit Naturkatastrophen in Japan wegen der geographischen Lage des Landes praktisch zum Alltag gehört, sind dort in der vergangenen Zeit diesbezüglich jedoch besondere Vorkehrungen getroffen worden.

Trotz der Erdbebengefahr setzt das rohstoffarme Japan bei der Energiegewinnung auf die Kernkraft: Rund ein Drittel des Strombedarfs der Wirtschaftsnation stammt aus den derzeit mehr als 50 Atomkraftwerken. Für die Akw gelten aber äußerst strenge Bauvorschriften. Alle Kernkraftwerke sind mit Erdbebenmessgeräten ausgerüstet, sodass bei einem Beben automatisch die Reaktoren heruntergefahren werden. Bei dem jetzigen Erdbeben schalteten sich nach Angaben der Regierung elf Akw automatisch ab.

Felsiger Untergrund und Mauern sollen schützen

Um Erschütterungen so gering wie möglich zu halten, müssen alle japanischen Atommeiler zudem auf felsigem Untergrund gebaut werden. Am Meer liegende Kraftwerke sind zusätzlich durch Mauern gesichert, um die häufig auf Erdbeben folgenden Tsunami-Wellen abzuhalten. Nach dem verheerenden Erdbeben in Kobe im Jahr 1995, bei dem mehr als 6400 Menschen ums Leben kamen, wurden die Vorschriften noch einmal verschärft. Seitdem müssen alle Reaktoren mindestens Erdstößen der Stärke 7,75 standhalten können, in besonders gefährdeten Regionen sogar Beben bis 8,25. Das Beben vom Freitag hatte eine allerdings Stärke von 8,8 bis 8,9.

Die Japanischen Inseln liegen auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Es handelt sich um eine der seismisch aktivsten Erdregionen, so dass Erdstöße in Japan keine Seltenheit sind. Wegen der geographischen Lage werden in Japan zahlreiche Häuser erdbebensicher gebaut, die Bürger werden regelmäßig über die Gefahren aufgeklärt. Japan setzt dabei außerdem auf ein eigenes Messverfahren, das nicht die durch Erdbeben entstehende Energie misst, sondern die an der Erdoberfläche gemessenen Auswirkungen bestimmt. So beschreibt das System das Ausmaß der Folgen des Bebens.

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Quelle: n-tv.de