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So Sprunghaft wie eine Frau: Die Psychologie der Börse

Wenn Frau von jetzt auf gleich explodiert, weiß Mann oft nicht warum. Die Psyche einer Frau ist manchmal schwer zu verstehen. Es scheint so, als ob auch die Börse weiblich ist. Denn auch hier sind so einige Veränderungen oft nicht nachzuvollziehen. Woran das liegt? Natürlich an den Anlegern. Denn Menschen machen die Kurse.

Vorauszusagen, was diese Frau als nächstes tun wird - so ähnlich funktioniert auch die Börse.
Vorauszusagen, was diese Frau als nächstes tun wird - so ähnlich funktioniert auch die Börse.(Foto: Günter Havlena, pixelio.de)

Aktien, Fonds, Zertifikate, Anleihen, Gold, Öl, Emerging Markets, Growth-Strategie, Value-Strategie und vieles mehr. Ein Anleger hat es bei so vielen Instrumenten, Strategien und Börsenbegriffen nicht leicht. Ohne Fachwissen geht garnichts. Doch Börse ist ein Handel in die Zukunft. Kein Wunder also, wenn man sich seiner Entscheidungen oft nicht ganz sicher ist.

Hintergrundwissen hilft. Wer Investments plant, sollte sich genau über sie informieren. Doch Finanz-Experten sind sich einig: Das reine Sammeln von Fundamentaldaten reicht nicht aus. "Die Frage ist im zweiten Schritt, wie werden die Fundamentaldaten umgesetzt, wie werden sie verarbeitet. Das ist zu 80 Prozent ein psychologischer Prozess", ist Vermögensverwalter Alexander Seibold von Dr. Seibold Capital überzeugt. "Sie bekommen zum Beispiel positive Daten aus den USA, die aber mit negativen Reaktion an der deutschen Börse begleitet werden und umgekehrt. Das hat nichts mit fundamentalen Daten zu tun, das ist Psychologie pur."

Kurzfristige Trends nicht immer logisch

Vor allem kurzfristige Trends werden durch die Psychologie der Marktteilnehmer geprägt. Gerade Angst und Gier sind ausschlaggebend für extreme Kursbewegungen. Das gilt nicht nur für private Anleger, sondern auch für professionelle Investoren.

Chart-Technik, Analyse-Instrumente und Money Management helfen, irrationale Marktbewegungen zu verstehen und abzusichern. Doch Profis profitieren auch, wenn sie die anderen Marktteilnehmer studieren. "Wir hatten zum Beispiel in der Finanzkrise zu viel Panik gegenüber Unternehmensanleihen und Corporate Bonds oder High Heald Bonds", erzählt Fondsmanager Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer. "Wenn mehr die Angst die treibende Kraft ist, sollte man vielleicht auch mal zugreifen."

Wer den Markt versteht, kann profitieren. Börsenwissen hilft. Doch für den privaten wie professionelle Anleger heißt es vor allem: Die Emotionen der anderen Marktteilnehmer verstehen und die eigenen in den Griff bekommen.

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Quelle: n-tv.de