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Schulter-Kopf-Schulter & Co.: Was Charttechnik leisten kann

Charttechnik kommt manchmal sehr obskur daher. Dennoch ist sie hilfreich: Beim Steuern eines Portfolios oder um den richtigen Zeitpunkt für den Ein- oder Ausstieg in einen Markt, eine Anleihe oder eine Aktie zu erwischen. Ein paar Grundlagen kann sich jeder Privatanleger aneignen.

(Foto: REUTERS)

Schulter-Kopf-Schulter, Nackenlinie, Flagge, Diamant, Kreuzwiderstand: Diese Muster der Charttechnik werden häufig belächelt, für andere sind sie die Essenz der Börse. "Für jeden, der professionell mit einem gut gesteuerten Investmentprozess wiederholbare Anlageerfolge erzielen will, ist Charttechnik ein absolutes Muss“, ist sich Alexander Seibold von Dr. Seibold Capital sicher.

Überzeugte Verfechter der Charttechnik sehen alle Informationen in einem Kurs enthalten. Fundamentale Daten zu einem Markt oder Unternehmen brauchen sie eigentlich nicht.

Allerdings trifft nicht jedes Muster zu. Anleger bewegen sich meistens im Herdentrieb. So auch bei der Charttechnik. "Der Nachteil ist, ich bekomme gewisse Signale erst dann, wenn die Vergangenheit diese bestätigt hat. Da ein großer Teil der Anleger nach dieser Methode vorgeht, erfüllen sich gewisse Erwartungen mit der Zeit immer einmal wieder – nach oben wie nach unten“, erklärt Frank Benz von der Vermögensverwaltung Benz.

Trendlinien und Trendkanäle

Dabei gibt es Grundlagen der Charttechnik, die jeder nutzen sollte: Trendlinien und Trendkanäle sind wichtig. Wer dann mit Widerstands- und Unterstützungszonen operieren kann, kann viel erreichen. "Ich denke, für den normalen Privatanleger reichen diese einfachen Kursmuster schon aus, um zum Beispiel ein effektives Risikomanagement zu betreiben, indem man einen Stop-Loss-Kurs an eine Unterstützungslinie setzt. Sollte diese dann gebrochen sein, wird das Wertpapier automatisch verkauft“, so Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer.

Es kann natürlich auch gekauft werden; je nach Marktlage. Genaue Marktereignisse kann die Charttechnik nicht vorhersagen. Aber mit Hilfe der Charttechnik können Trends herausgearbeitet werden, auch solche, die auf einen Crash deuten. "Da kommen dann wieder die Widerstände und die Unterstützungszonen ins Spiel. Werden diese gerissen, kann es durchaus danach riechen, dass alle Anleger in eine Richtung rennen, dass es irgendwelche Verwerfungen im Markt gibt. Dann ist es wichtig, dass man hier ein Auge auf sein Portfolio hat und unter Umständen auch die Reißleine zieht“, erklärt Metzger.

Das Schlimmste kann man vermeiden. Hinweise der Charttechnik und die ihrer besten Experten sind im Börsenalltag unentbehrlich.

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Quelle: n-tv.de