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2500 Gipfel-Teilnehmer werden in Davos erwartet.
2500 Gipfel-Teilnehmer werden in Davos erwartet.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Gipfel der Entscheider: Was in Davos passiert

Von Sonja Gurris

Ab dem 20. Januar wird das schweizerische Davos wieder zur Hochsicherheitszone. Beim World Economic Forum treffen sich die Mächtigen aus Wirtschaft und Weltpolitik. Themen gibt es dabei mehr als genug.

Jedes Jahr im Januar, dieses Mal vom 20. bis zum 23. Januar 2016, zentriert sich die Macht aus Wirtschaft, Politik und Kapital in einem verschneiten Ort in den Schweizer Bergen. Unzählige Journalisten kämpfen um die prominenten Interviewpartner. Und die Gäste wollen vor allem eines: Netzwerken.

Was ist der World Economic Forum und wer hat's erfunden?

Klaus Schwab ist der Gastgeber des World Economic Forum.
Klaus Schwab ist der Gastgeber des World Economic Forum.(Foto: REUTERS)

Das Weltwirtschaftsforum gibt es seit 1971. Es ist der größte Gipfel seiner Art. Rund 2500 Besucher nehmen an dem exklusiven Wirtschaftstreffen teil. Neben Vorträgen und Diskussionen gibt es Gelegenheit zu informellen Gesprächen, teils unter vier Augen. Bis 1987 hieß die Veranstaltung European Management Forum, doch dann breitete sich das Programm aus und wurde anschließend zum heute bekannten Weltwirtschaftsforum umbenannt. Erfunden hat es kein Schweizer, sondern der Deutsche Klaus Schwab, der bis heute jeden Besucher am ersten Tag persönlich per Handschlag begrüßt.

Wer ist dabei?

In Zahlen ausgedrückt: Zu dem Treffen in Davos haben sich mehr als 40 Staats- und Regierungschefs sowie insgesamt 2500 hochrangige Spitzenpolitiker, Topmanager und führende Wissenschaftler aus mehr als 100 Ländern angesagt. Höchster Repräsentant Deutschlands wird Bundespräsident Joachim Gauck sein. Zur Regierungsdelegation aus Berlin gehören auch Vizekanzler Sigmar Gabriel und Finanzminister Wolfgang Schäuble. Aus den USA wird Vizepräsident Joe Biden erwartet. Zugesagt haben neben anderen Regierungschefs auch David Cameron (Großbritannien), Manuel Valls (Frankreich), Ahmet Davutoglu (Türkei), Alexis Tsipras (Griechenland), Mauricio Marci (Argentinien), Justin Trudeau (Kanada) und Benjamin Netanjahu (Israel). Weniger prominent als sonst sind diesmal Russland und China vertreten.

Wer kommt nicht?

Bundeskanzlerin Angela Merkel, sonst "Stammgast" in Davos, nimmt in diesem Jahr nicht am World Economic Forum teil. Auch US-Präsident Barack Obama und Russlands Staatschef Wladimir Putin reisen nicht in die Schweiz. Und auch Nordkorea ist nicht vertreten. Das Weltwirtschaftsforum zog eine nach vielen Jahren erstmals ausgesprochene Einladung an die Regierung Nordkoreas wegen des jüngsten Atomwaffentests zurück.

Worum geht es?

Es geht um nichts Geringeres als Fragen, die die gesamte Welt betreffen. Erklärtes Ziel ist es, "den Zustand der Welt zu verbessern". Unter diesem riesigen Themenfeld diskutieren Manager, Politiker und Wissenschaftler,  wie die Welt von morgen aussehen soll. Das diesjährige Motto: Die vierte industrielle Revolution meistern. Damit ist vor allem die Verschmelzung von industrieller Produktion und Digitalisierung gemeint.

Was passiert sonst noch?

Davos ist eine noble Adresse für eine noble Veranstaltung. Menschen aus der Zivilgesellschaft sind normalerweise nicht Teil der Veranstaltung. Dafür gibt es das Open Forum Davos – hier können auch Leute, die keine Manager sind, diskutieren und sich miteinander über die Lage der Welt austauschen. Das Forum findet zum 11. Mal parallel zum Weltwirtschaftsgipfel statt. Studenten der Schweizer Alpinschule (Swiss Alpine School) twittern während der Sitzungen Kommentare und interessante Fakten. Wer ihnen folgen will, findet ihre Tweets unter @openforumdavos.

Quelle: n-tv.de