Der Mittelstandspreis
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n-tv Mittelstandspreis: Das sind die "Hidden Champions 2016"

n-tv kürt zum sechsten Mal mittelständische Unternehmen. "Hidden Champion" 2016 ist die Firma Delo Industrie Klebstoffe. Der "Hidden Champion"-Award geht außerdem in verschiedenen Kategorien an Schaebens, Flyeralarm, Kathi und Workaround.

Der Nachrichtensender n-tv hat bereits zum sechsten Mal den Mittelstandspreis "Hidden Champion" verliehen. Dabei wurden in fünf Kategorien Sieger gekürt. In der neu geschaffenen Kategorie "Vision" erhielt die Workaround GmbH den Preis, das Unternehmen Flyeralarm GmbH siegte in der ebenfalls neuen Kategorie "Change". Preisträger des "Hidden Champion 2016" in der Kategorie "Marke" wurde in diesem Jahr das Unternehmen Haus Schaeben GmbH & Co. KG und in der Kategorie "Verantwortung" wurde die KATHI Rainer Thiele GmbH ausgezeichnet. Der Sonderpreis für "Innovation" ging an Delo Industrieklebstoffe GmbH & Co. KGaA. Alle Unternehmen hoben sich deutlich von der Konkurrenz ab.

"Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr wieder herausragende mittelständische Unternehmen mit dem 'Hidden Champion' auszuzeichnen", so Hans Demmel, Geschäftsführer von n-tv und Mitglied der Jury. "In den neuen Kategorien 'Change' und 'Vision' haben wir mit Flyeralarm und Workaround einzigartige und innovative Preisträger, die der wachsenden Bedeutung von Startup-Unternehmen gerecht werden."

Der Nachrichtensender würdigte mit dem Preis erneut mittelständische Unternehmen, die einer breiten Öffentlichkeit meist wenig bekannt sind, mit ihrer Arbeit aber zum Erfolg der deutschen Wirtschaft in herausragender Weise beigetragen haben.

Die Preisträger im Überblick:

Kategorie "Marke"
1. Schaebens GmbH & Co. KG
2. Busemann GmbH
3. Schöffel Sportbekleidung GmbH

Kategorie "Change"
1. Flyeralarm GmbH
2. BAM Maschinenbau GmbH
3. Freeletics GmbH

Kategorie "Verantwortung"
1. Kathi Rainer Thiele GmbH
2. Günzburger Steigtechnik GmbH
3. Piepenbrock Unternehmensgruppe GmbH + Co. KG

Kategorie "Vision"
1. Workaround GmbH
2. Kiron Open Higher Education gGmbH
3. Picavi GmbH

Kategorie "Innovation"
1. Delo Industrie Klebstoffe GmbH & Co. KGaA
2. Isra Vision AG
3. Humintech GmbH
 

Begründungen der Jury zu den Preisträgern:

1. Delo Industrie Klebstoffe GmbH & Co. KGaA

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Delo ist ein klassischer Hidden Champion. Denn auch wenn viele es noch nicht wissen, jeder ist wohl schon einmal mit Delo-Erzeugnissen in Berührung gekommen. Die Firma mit Sitz im bayerischen Windach stellt spezialisierte Industriekleber her. Weil es immer neue Produkte gibt, die geklebt werden müssen, muss das Unternehmen sich ständig neu erfinden und setzt auf Forschung und Entwicklung. Etwa 15 Prozent des Umsatzes werden deshalb reinvestiert – damit Delo auch in Zukunft ganz vorne mitmischen kann.

2. Isra Vision AG

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Ein global Player mit Sitz in Darmstadt: bei Isra dreht sich alles um minimale Kratzer und Macken, zum Beispiel im Glas. Denn der Mittelständler hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau die zu finden mit Hilfe von Hightech-Maschinen mit modernsten Kameras. Weil neben Glas auch Metall, Kunststoff, Papier und Co. inspiziert werden, sind unter anderem auch die meisten Geldscheine und Kreditkarte schon von Isra-Maschinen inspiziert worden. Da die Industrie hierbei immer komplexere Anforderungen stellt, entwickelt der Mittelständler seine Verfahren ständig weiter und setzt auf Innovationen.

3. Humintech GmbH

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Bei Humintech dreht sich alles um Braunkohle. Besser gesagt, die Huminsäure und -stoffe in der Braunkohle. Denn die sind viel zu schade zum Verbrennen – findet man beim Mittelständler aus Grevenbroich. Seit 2001 entwickeln die beiden Gründer Aydogan Cengiz und Müfit Tarkan immer neue braunkohlebasierte Produkte für Landwirtschaft, Tierzucht oder sogar Umweltschutz. Während Braunkohle als Verbrennungsstoff also in der Kritik steht, findet Humintech dafür eine umweltfreundlichere Verwendung.

Kategorie Marke

1. Schaebens GmbH & Co. KG

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Die Firma Schaebens gehört zu den erfolgreichsten Produzent von Gesichtsmasken in Deutschland. Keine andere Kosmetikfirma verkauft stückmäßig so viel wie der Mittelständler aus Frechen bei Köln. Und in diesem umkämpften Markt will das etwas heißen. Seit über 80 Jahren entwickelt das Traditionsunternehmen seine Pflegeprodukte und setzt dabei auf Qualität, die sich offensichtlich durchsetzt. "Wir müssen uns deshalb hinter keinem unserem Wettbewerber verstecken." Erklärt Geschäftsführer und Inhaber Heiko Hünemeyer."

2. Busemann GmbH

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Wassereis und Popcorn – wie das zusammen geht, weiß man bei der Firma Busemann in Nordrhein-Westfalen. Ursprünglich verkaufte das Unternehmen ausschließlich das vor allem bei Kindern beliebte Bussy-Eis. Doch um die Produktion auch im Winter aufrecht zu erhalten, musste ein weiteres Produkt her. Darauf ausruhen will man sich bei dem Mittelständler aber nicht: die Bussy-Produkte werden ständig weiter entwickelt und auch neue Wege werden eingeschlagen. Treibende Kraft dahinter ist die Tochter des Inhabers.

3. Schöffel Sportbekleidung GmbH

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Ob Funktionskleidung zum Wandern oder Ski-Fahren, die Firma Schöffel aus Schwabmünchen in Bayern zielt mit ihren Produkten auf Menschen mit aktivem Lebensstil ab. 1804 von Georg Schöffel gegründet, befindet sich das Unternehmen in der mittlerweile 7. Generation in Familienhand. Auch im Ausland ist die Funktionskleidung der Firma begehrt: rund ein Drittel der produzierten Ware wird im Ausland verkauft. Ein Mittelständler, der sich nicht hinter internationalen Konkurrenten verstecken muss.

Kategorie Change

1. Flyeralarm GmbH

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Die Firma Flyeralarm brauchte keinen Unternehmenswandel – stattdessen hat sie die gesamte Branche umgekrempelt. Das Unternehmen aus Würzburg hat es geschafft, der schwächelnden Druck-Branche wieder neues Leben einzuhauchen. Flyeralarm setzt dabei vor allem auf Schnelligkeit und einen günstigen Preis. Waren es zu Beginn primär Flyer und Visitenkarten, setzt man bei der Würzburger mittlerweile so ziemlich auf alles, was bedruckbar ist. Damit ist die Firma seit 2002 erfolgreich – und beschäftigt immerhin über 1500 Mitarbeiter in ganz Deutschland.

2. BAM Maschinenbau GmbH

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Eine 180-Grad-Wende hat das Unternehmen BAM Maschinenbau hingelegt: vom kleinen Lohnfertiger-Betrieb zum wachsenden Arbeitgeber mit jeder Menge Hightech. Der damals 24-jährige Informatikstudent Marco Bauer hat die Firma vor sechs Jahren gekauft – und setzt seitdem auf Wachstum und auf modernste Technik. So gibt es bei BAM Maschinenbau beispielsweise einen Online-Shop für Stahl-Zuschnitte oder einen Laser zum Fräsen.

3. Freeletics GmbH

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Sport am Limit, ohne Geräte, nur mit dem eigenen Körpergewicht - statt einem Trainer gibt’s eine App, die dem Sportler erklärt wann und wie er was machen muss. Das ist das Konzept von Freeletics. Das Unternehmen hat einen großen Teil dazu beigesteuert, dem Fitnesssport den Weg ins digitale Zeitalter zu bereiten. Denn die Idee geht auf: über 10 Millionen registrierte Nutzer sprechen für sich. Ein wichtiger Teil der Erfolgsidee ist aber auch die Community: so treffen sich die Sportler, um gemeinsam zu trainieren.

Kategorie Verantwortung

1. Kathi Rainer Thiele GmbH

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Bei Kathi blickt man auf eine bewegte Unternehmensgeschichte zurück: In den 50er Jahren gegründet, wurde die ostdeutsche Firma in der DDR enteignet. Später kaufte die Familie den Backmischungsproduzenten dann wieder zurück. Doch die Wende brachte auch Schwierigkeiten mit sich, denn plötzlich waren ostdeutsche Produkte abgeschrieben. Doch Kathi hat nicht aufgegeben und durchgehalten. Heute geht es dem Unternehmen wieder gut. Nun wolle man etwas zurückgeben, sagt Inhaber und Geschäftsführer Marco Thiele.

 

2. Günzburger Steigtechnik GmbH

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Im bayerischen Günzburg ist diese Firma eine Institution: der Leiter-, Podest- und Treppenproduzent Günzburger Steigtechnik. Bei dem 1899 gegründeten mittelständischen Familienbetrieb geht es um mehr als nur Gewinnmaximierung. Inhaber und Geschäftsführer ist Ferdinand Munk, dem es nach eigener Aussage sehr am Herzen liegt, dass sich seine Mitarbeiter wohlfühlen. So unterstützt er zum Beispiel auch Projekte, die seine Belegschaft ihm vorschlägt.

3. Piepenbrock Unternehmensgruppe GmbH + Co. KG

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Piepenbrock mit Sitz in Osnabrück ist ein Dienstleistungsunternehmen. Hier werden Mitarbeiter in den Bereichen wie Reinigen, Sicherheit oder Facility Management ausgebildet und in die Firmen der Kunden ausgesendet. Dadurch hat die Firma immerhin rund 27.000 Angestellte – und mit ihnen auch eine gewisse Verantwortung, finden zumindest die Inhaber und Geschäftsführer Arnulf und Olaf Piepenbrock. Deshalb hat Piepenbrock zahlreiche Projekte ins Leben gerufen und unterstützt – besonders Kinder und Umweltthemen stehen im Fokus des Engagements.

 

Kategorie Vision

1. Workaround GmbH

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Workaround ist ein Vorzeige-Startup. Das erste Produkt, ein smarter Handschuh für die Industrie 4.0 wird gerade offiziell auf den Markt gebracht. Schon jetzt ist die Firma in Kontakt mit namhaften Konzernen. Alle wollen den so genannten ProGlove haben, sogar Angela Merkel hat ihn auf dem IT-Gipfel schon ausprobiert. Denn der Handschuh zeichnet Arbeitsschritte genauestens auf, so müssen beispielsweise Lagerarbeiter keine Zeit mehr damit verbringen, diese zu dokumentieren.

2. Kiron Open Higher Education gGmbH

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Die Idee ist simpel: Eine App, mit der Flüchtlinge studieren können. Kostenlos, ohne Papiere, ohne Bürokratie, ohne Wartezeit. Das ist die Idee hinter dem Startup Kiron aus Berlin. Nach zwei Jahren müssen die Studierenden dann doch zur Präsenzuniversität wechseln. Dann haben sie allerdings einen anerkannten Abschluss. Damit das klappt, arbeitet Kiron mit namhaften Hochschulen wie der RWTH Aachen zusammen. Studiert werden können dabei Betriebswirtschaftslehre, Ingenieurswissenschaften, Sozialwissenschaften und Informatik.

3. Picavi GmbH

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Industrie 4.0 in Aktion: das Startup Picavi aus Herzogenrath zeigt, wie man moderne Technik und klassische Arbeiten in der Industrie verknüpfen kann. Die Firma entwickelt eine Software für bereits existierende Datenbrillen wie Google Glass, mit Hilfe derer Lagerarbeiter ihre Informationen angezeigt bekommen und trotzdem beide Hände frei haben. Und weil das System Zeit und Geld spart, kommt es bei den Konzernen an: erst 2014 wurde das Startup gegründet und ist schon jetzt in den ersten Lagern im Einsatz.

Bewerben konnten sich in der Kategorie "Marke" Unternehmen, die mit ihrem Markennamen glänzen und die sich dadurch in Zeiten der Globalisierung im Wettbewerb leichter behaupten können. Die Kategorie "Verantwortung" richtete sich an Unternehmen, die mit ihrem Einsatz der Gesellschaft einen deutlichen Impuls verliehen haben. In der neuen Kategorie "Change" wurden Mittelständler gesucht, die mit der digitalen Herausforderung der Zukunft erfolgreich umgehen. In der ebenfalls zum ersten Mal vertretenen Kategorie "Vision" konnten sich junge, innovative Firmen und Startups bewerben, deren Ideen und Geschäftsmodelle besonders überzeugend sind. Die letzte Kategorie hatte außerdem weitere, gesonderte Bestimmungen: Bei den Unternehmen müssen mindestens 10 Mitarbeiter beschäftigt sein oder sie müssen 10 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet haben und dürfen gleichzeitig nicht länger als drei Jahre am Markt sein.

Die Auswertung der Einsendungen und Vorschläge erfolgte durch eine fachkundige Jury sowie ein hochkarätig besetztes Kuratorium. Darüber hinaus wurden alle Einsendungen von der n-tv Wirtschaftsredaktion mit eigenen Recherchen angereichert.

Quelle: n-tv.de