Montag, 22. Juni 2009
Einkaufen als Freizeitvergnügen: Der Supermarkt der Zukunft
Wie werden wir morgen einkaufen? Im niederrheinischen Tönisvorst kann man sich einen Eindruck verschaffen. Dort hat die Metro Gruppe den Supermarkt der Zukunft gebaut. Wer ihn betritt, wird vom freundlichen Roboter Ally begrüßt. Ein wichtiger Trend ist somit schnell klar: Einkaufen soll unterhaltsam sein, ein Ereignis nach Feierabend. Dabei werden alle Sinne des Kunden angesprochen.
Knöpfchen drücken ist immer gut.
Zum Beispiel über Duftmarketing, erklärt Gerd Wolfram von der Metro AG: "Der Kunde wird in gewissen Abteilungen Gerüche wahrnehmen, die ihn ansprechen dort zu verweilen." Wer länger bleibt, kauft vielleicht auch mehr. Deshalb zieht man im Supermarkt der Zukunft alle Register, um den Aufenthalt interessant zu machen und geizt nicht mit sinnlichen Reizen "Es gibt auch Bodenprojektionen, um das Sehen anzusprechen", erklärt Wolfram stolz. In der Tat sind die interaktiven Bilder auf dem Boden des Supermarkts echte Hingucker. Beim Besuch an der Fischtheke kommt Urlaubsstimmung auf: man hört Möwen und Meeresrauschen, ein leichter Duft nach Kräutern der Provence liegt in der Luft.
Interaktiv shoppen
Gucken ist schön, mitmachen aber noch besser – man kennt das aus dem Museum. Interaktivität ist deshalb ein großes Thema im Real Future Store. So kann die Kundin an einem automatischen Terminal in der Kosmetikabteilung ihren individuellen Hauttyp feststellen, um die passenden Pflegeprodukte zu finden. In der Weinabteilung kommen Feinschmecker ganz auf ihre Kosten. Gegen den Nachweis ihres Alters erhalten sie eine Verkostungskarte. Mit der können sie an der Probierstation aus insgesamt sechzehn verschiedenen Sorten eine Weinprobe entnehmen.
Das Handy als Einkaufshelfer
Die wohl wichtigste Neuerung ist der Mobile Einkaufsassistent. Geht es nach den Entwicklern, wird das Mobiltelefon im Supermarkt eine wichtige Rolle spielen. Zu Hause kann der Kunde die leeren Produkte einscannen und damit auf dem Handy eine digitale Einkaufsliste zusammenstellen. Zettel und Bleistift sind überflüssig – und die Liste wird garantiert nicht vergessen. Um die Kosten im Blick zu behalten, kann man auch im Supermarkt alle Einkäufe mit dem Handy scannen.
Bezahlen per Fingerabdruck
Damit geht es auch an der Selbstzahlerkasse ganz fix: Hier muss die Kundin nur noch das Handy an das Lesegerät halten. Bezahlen kann man nicht nur bar oder mit Karte, sondern auch per Fingerabdruck. Wer sich vorher registrieren lässt, kann sich das Geld ganz einfach vom Konto abbuchen lassen. Datenschützer wird das gruseln, Gerd Wolfram lobt die Vorteile: "Es geht schnell, es ist sicher und praktisch. Ich muss weder Geldbeutel noch Kreditkarte mitnehmen, sondern kann einfach meinen Finger auflegen, den ich immer dabei habe."
Man wird sehen, ob die Kunden den Argumenten folgen und freiwillig ihren Fingerabdruck abgeben oder lieber eine Kassiererin aus Fleisch und Blut vor sich haben wollen – im Supermarkt der Zukunft.
