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Zukunft der Stadt

Montag, 22. Juni 2009

Nie wieder Behördengänge?: Verwaltung übers Internet

Tief im Westen, in Aachen, entsteht eine der modernsten Verwaltungen Deutschlands. Wenn es soweit ist, wird Geographie für die Bürger aber ohnehin keine Rolle mehr spielen: Vom Laptop aus ist jedes Amt nur einen Klick entfernt. Ein neues prozessorientiertes Verwaltungsportal macht es möglich.

Die Damen vom Amt werden in Zukunft seltener Besuch empfangen.

Die Damen vom Amt werden in Zukunft seltener Besuch empfangen.
(Foto: n-tv)

"Dieses Portal soll sich an allen Lebenslagen des Bürgers orientieren", erklärt Projektentwickler Dieter Markgraf. Als Beispiel nennt er eine Umzugssituation: An- und Abmelden, Kinder an der Schule anmelden, das Auto ummelden – all das ist normalerweise mit ziemlich vielen Ämterbesuchen verbunden. "Das prozessorientierte Portal soll alle Geschäfte mit der Verwaltung regeln", verspricht Markgraf.

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Tabubruch im Behördenland

Die Lösung aus der Provinz ist ein Tabubruch im Behördendeutschland - denn eigentlich sind für diese einzelnen Schritte viele verschiedene Stellen zuständig. Doch der baldige Zusammenschluss von Kreisen und kreisfreien Städten zur Städteregion Aachen hat bei den zuständigen Stellen Pioniergeist geweckt: „Mit dem Start der Städteregion möchten wir auch die Prozesse zu unseren Bürgerinnen und Bürgern neu abbilden und im Grunde eine neue Zusammenarbeit auf technischer Ebene anbieten“, sagt Dezernent Axel Hartmann.

Noch befindet sich das Projekt in der Entwicklungsphase. Bisher steht erst das Intranet für die Mitarbeiter. Hier findet sich jedoch schon die Unterteilung nach Lebenslagen, die auch das zukünftige Portal der Städteregion Aachen leichter bedienbar machen soll. Und die nächsten Arbeitsschritte sind auch schon in Planung. „Im Oktober möchten wir einen Server zur Verfügung stellen, mit dem alle unsere Vordrucke zu Hause abgerufen werden können." So kann man sich mit allen Anträgen, die man stellen möchte, schon vorab beschäftigen und im Vorfeld Fragen abklären.

Gewöhnungsphase

Letztendlich sollen dann die Formulare auch im Internet ausgefüllt werden können. Bis dahin kann es aber noch etwas dauern. Eigentlich basiert alles auf Standardprodukten, meint Dieter Markgraf von IBM. "Aber das prozessorientierte Denken weg von den Ämtersilos braucht eben seine Zeit.“ Wenn die Mitarbeiter der neuen Städteregion die virtuelle Verwaltungsarbeit schnell meistern können sie vielleicht bald auch ihre Kollegen in anderen Städten und Kreisen überzeugen.

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