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Vom Arbeitslosen zum Unternehmer: Gründungen meist erfolgreich

Gründerförderung statt Arbeitslosengeld - oft klappt der Sprung vom Arbeitslosen zum Unternehmer besser, als man vermuten möchte. Auch Notgründungen können erfolgreich sein, vorausgesetzt, es kommen noch weitere Motive hinzu. Das hat das DIW in einer langjährigen Studie herausgefunden.

Mit der Einführung des Existenzgründerzuschusses hat die Zahl der Gründungen sprunghaft zugenommen. Die "Ich-AG"-Förderung wurde 2007 durch den Gründungszuschuss abgelöst.
Mit der Einführung des Existenzgründerzuschusses hat die Zahl der Gründungen sprunghaft zugenommen. Die "Ich-AG"-Förderung wurde 2007 durch den Gründungszuschuss abgelöst.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Unternehmensgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus sind offenbar erfolgreicher als vielfach angenommen. Entscheidend sind vor allem die Motive zur Gründung, das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Reine Notgründungen sind demnach weniger aussichtsreich.

In einer repräsentativen Telefonbefragung wurden über mehrere Jahre hinweg 3000 Gründer befragt, die sich 2003 aus der Arbeitslosigkeit heraus mit Überbrückungsgeld oder Existenzgründerzuschuss selbständig gemacht hatten. Die meisten Gründer treibt demnach mehr als die Not: "Nur 12 Prozent der Arbeitslosen machen reine Notgründungen", erklärt Alexander Kritikos vom DIW. "Bei den meisten sehen wir eine Mischung aus zwei Motiven." Natürlich wollten die meisten auch ihre Arbeitslosigkeit beenden – dazu käme aber oft die Entdeckung einer Marktlücke oder der Wunsch, sein eigener Chef sein zu wollen. Viele Gründer hätten zudem schon erste potentielle Kunden gehabt. Solche gemischt motivierten Gründungen erwiesen sich im Laufe der Zeit als erfolgreicher als reine Notgründungen.

Förderung lohnt sich

Mit Einführung der Hartz-Gesetze war die Zahl der Gründungen aus Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen. Mehr als 350.000 Personen wurden 2004, auf dem Höhepunkt der Entwicklung, mit Überbrückungsgeld oder Existenzgründerzuschüssen gefördert, vorher waren es meist unter 100.000 Personen. Nach der letzten Reform der Gründungsförderung im Jahr 2006 ist die Zahl wieder auf 150.000 geförderte Gründungen gesunken. Studien-Autor Kritikos ist sich dennoch sicher: "Die 'neuen Selbstständigen' sind mittlerweile ein eigener Wirtschaftsfaktor."

Gut zwei Drittel von den einst arbeitslosen Gründern sind auch nach fünf Jahren noch im Geschäft, nur zehn Prozent sind wieder arbeitslos. Außerdem schaffen zuvor arbeitslose Existenzgründer nicht nur ihren eigenen Arbeitsplatz, sondern geben in bis zu 40 Prozent der Fälle auch anderen Menschen wieder Arbeit.

Quelle: n-tv.de