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Mittwoch, 24. Januar 2007

Angst vor Altersarmut: Aber keiner tut was

Immer mehr Deutsche haben einer Studie der Postbank zufolge Angst vor Armut im Alter. "Jeder sechste künftige Rentner befürchtet, seinen Lebensunterhalt im Alter nicht selbst bestreiten zu können beziehungsweise zu verarmen", sagte Postbank-Vorstand Wolfgang Klein am Mittwoch bei der Präsentation der Untersuchung in Berlin.

Insbesondere Frauen, Ostdeutsche und junge Berufstätige unter 30 Jahren litten überdurchschnittlich häufig unter der Angst vor Altersarmut. "Nie war im Verlauf unserer seit 2003 durchgeführten Studien die Sorge der Menschen um ihre Altersversorgung so groß wie gegenwärtig", resümierte Klein. Der vom Allensbacher Institut für Demoskopie erstellten Untersuchung zufolge sind trotz dieser Einsicht aber immer weniger Menschen bereit, tatsächlich verstärkt in ihre private Altersvorsorge zu investieren. Im Rahmen der repräsentativen Studie wurden 2.077 Personen befragt.

Vorsätze werden nicht umgesetzt

Zu den Ergebnissen gehört, dass das Vertrauen in die Stabilität des staatlichen Rentensystems abnimmt. "Die Deutschen haben erkannt, dass die Rentner langfristig mit dem heutigen Umlageverfahren von den Beitragszahlern nicht mehr finanziert werden können", sagte Klein. Fast ein Drittel der Deutschen habe gar kein Vertrauen mehr in die Stabilität des Rentensystems, weitere knapp 56 Prozent lediglich "weniger Vertrauen". Nicht einmal jeder Zehnte glaube noch an die Zukunft der rein staatlichen Altersvorsorge.

Erstmals gestehen sich die Berufstätigen in Deutschland der Untersuchung zufolge mehrheitlich ein, nicht ausreichend für das Alter vorgesorgt zu haben. Nur etwa jeder Fünfte gehe davon aus, dass er im Rentenalter keine finanziellen Sorgen haben werde, hieß es. Gut die Hälfte erwarte persönliche Einschränkungen. Und 16 Prozent rechneten damit, dass das Geld knapp wird oder gar nicht mehr reicht.

"Die Menschen tun sich jedoch bei der Umsetzung dieser Erkenntnis schwer beziehungsweise zunehmend schwerer", sagte Klein. So gehe nicht nur der Anteil jener zurück, die künftig verstärkt in ihre private Altersvorsorge investieren wollten. Hätten 2003 noch 37 Prozent der Befragten diesbezüglich ihre Bereitschaft erklärt, seien es Ende 2006 lediglich noch 32 Prozent gewesen. Zugleich werde der finanzielle Einsatz jener, die privat vorsorgten, immer geringer. Dennoch lehnten es die Deutschen mehrheitlich ab, per Gesetz hierzu verpflichtet zu werden. Auch Steuererhöhungen zur Stabilisierung des staatlichen Rentensystems würden abgelehnt.

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