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Samstag, 24. Dezember 2005

Palast der Republik: Abriss trotz Protesten

Trotz aller Proteste hält Kulturstaatsminister Bernd Neumann nichts davon, den für Anfang Januar geplanten Abrissbeginn des Palastes der Republik aufzuschieben. "Es geht darum, mit diesem Schritt jetzt zu beginnen und damit die Grundlage für die weitere Planung zu schaffen", sagte der CDU-Politiker in einem Interview. In der Folge werde man gezwungen sein, über die weitere Konzeption nachzudenken. Der Bundestag hatte festgelegt, dass der Palast abgerissen und der Schlossplatz neu bebaut werden soll.

Zuletzt hatten sich Politiker und Künstler gegen den Abriss ausgesprochen, so lange die Finanzierung eines Neubaus unklar sei. Berechnungen zufolge sollen die Kosten dafür bis zu 1,2 Milliarden Euro betragen. Im Bündnis für den Palast haben sich mittlerweile rund 12.000 Gegner formiert. Die Unterstützer des Bündnisses sind prominent: Politiker wie Christian Ströbele, Claudia Roth und Petra Pau zählen zu ihnen genauso wie die Künstler Leander Haußmann, Christoph Schlingensieff oder Nora Tschirner.

"Ein Gebäude in der Kubatur des Stadtschlosses"

Neumann sagte: "Derzeit steht auf diesem einst repräsentativen Platz eine äußerst unschöne Ruine." In Verbindung mit einer Machbarkeitsstudie sei die Zielsetzung, "ein Gebäude in der Kubatur des Stadtschlosses mit dem Humboldt-Forum als Kernelement zu bauen".

"Erichs Lampenladen" war bis 1989 Sitz der Volkskammer der DDR. Darüber hinaus diente er als Kulturhaus, in dem Konzerte, Ausstellungen und Theateraufführungen stattfanden. 1990 wurde das Gebäude geschlossen und von 1998 bis 2001 im Rahmen einer Asbestsanierung völlig entkernt. 2003 erging der Bundestagsbeschluss zum Abriss des Palastes. Dieser soll längstens anderthalb Jahre dauern. Danach soll das 1950 von der DDR-Führung gesprengte Stadtschloss teilweise wieder errichtet werden und unter anderem Platz für das Humboldt-Forum bieten.

Erfolgreiche Zwischennutzung

Seit 2004 dient es als Raum für wechselnde Veranstaltungen. Momentan ist dort die Ausstellung "36x27x10" zu sehen. Vom 23. bis 31. Dezember 2005 wird in einem eigens dafür erbauten 1.000 Quadratmeter großen weißen Ausstellungswürfel im Innern des Gebäudes temporäre Kunst gezeigt. Diese Exposition erinnert an die erste Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die im Palast stattgefunden hat. International bekannte Berliner Künstler protestieren mit der zweiten und wahrscheinlich letzten Ausstellung gegen den geplanten Abriss des Palastes, der voraussichtlich zu Jahresbeginn 2006 beginnen soll.

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