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Mittwoch, 06. Februar 2002

Beiersdorf-Aktien: Allianz prüft Anteilsverkauf

Die Besitzverhältnisse beim Hamburger Kosmetikkonzern Beiersdorf bleiben in Bewegung. Nun denkt die Allianz offenbar darüber nach, ihre Beiersdorf-Aktien am Markt zu platzieren. Dies berichtet das "Handelsblatt". Sollte sich die Versicherung zu diesem Schritt entscheiden, könnte das der im MDax notierten Beiersdorf den Aufstieg in den Dax ebnen, hieß es.

Die Allianz hält 43,6 Prozent der Beiersdorf-Aktien. Nach eigenen Angaben hat der Konzern jedoch keine Option auf eine Mehrheit. An letzterer ist jedoch die Tchibo-Holding derzeit mehr als interessiert. Der Erwerb der Mehrheit bei Beiersdorf wäre ein wesentlicher Schritt zur Beilegung des Streits der Tchibo-Eigentümer-Familie Herz. Vorgesehen ist, dass der eine Familienzweig die alleinige Führung bei Tchibo erhält, während der andere Teil die Mehrheit bei Beiersdorf übernimmt.

Dementsprechend erwarten Bankenkreise, dass die Allianz 20 Prozent ihres Aktien-Pakets an Tchibo abgibt. Für die restlichen 23,6 Prozent hätten die Versicherer zwei Möglichkeiten, hieß es. Zum einen könnte das Aktienpaket an die Börse und institutionelle Investoren gehen. Zum anderen könnte die Allianz ihre Anteile an einen in- oder ausländischen Kosmetikkonzern verkaufen. Diese könnten dann mit Zustimmung der künftigen Mehrheitsaktionärin Tchibo die industrielle Führung bei Beiersdorf übernehmen, schreibt das Handelsblatt.

Egal, wie sich die Allianz entscheidet, die Transaktion dürfte äußerst lukrativ für den Versicherungskonzern werden. An der Börse ist der Beiersdorf-Anteil derzeit gut fünf Mrd. Euro wert. Zudem ist die Tchibo-Holding sicherlich zu dem einen oder anderen Preisaufschlag bereit, um die begehrte Mehrheit an dem Kosmetikkonzern zu erhalten.

Und was halten Beiersdorf von dem Poker um ihr Aktienpaket? Die Hanseaten geben sich wie immer vornehm zurückhaltend. Ihnen sei jeder Großaktionär willkommen, der sie ihr Erfolgsmodell weiterführen lasse, dazu gehöre auch Tchibo, erklärte ein Unternehmenssprecher. Ob die Beiersdorf-Führungsriege jedoch wirklich so denkt, bleibt ihr Geheimnis. Aus Unternehmenskreisen war jedenfalls erst kürzlich bekannt geworden, dass der Hamburger Konzern einer Übernahme durch die Allianz nicht abgeneigt wäre. Der Einstieg der Tchibo-Familie galt wegen der dortigen Streitigkeiten als schlechteste Lösung.

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