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Montag, 17. Februar 2003

Esser, Ackermann und Zwickel: Anklagen in Mannesmann-Affäre

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat in der Mannesmann-Affäre Anklage gegen sechs Personen erhoben. Der ehemalige Mannesmann-Chef Klaus Esser bestätigte die Anklage durch die Staatsanwaltschaft und bezeichnete sie als „willkürlich“. Es gebe nicht den geringsten Verdacht, dass er rechtswidrig gehandelt habe, so Esser. Im Übernahmekampf um Mannesmann habe er sich „äußerst korrekt“ verhalten. Nach Angaben aus Justizkreisen sind auch der Chef der Deutschen Bank und ehemalige Mannesmann-Aufsichtsrat Josef Ackermann sowie IG-Metall-Chef Klaus Zwickel von der Anklage betroffen. Die Behörde ermittelt zum Vorgehen von Führungskräften und Aufsichtsräten bei der Übernahme von Mannesmann durch die britische Vodafone vor rund drei Jahren.

In dem seit März 2001 laufenden Ermittlungsverfahren untersuchten die Staatsanwälte, ob hohe Abfindungs- und Bonuszahlungen nach der Mannesmann-Übernahme durch die britische Konkurrentin rechtens gewesen waren. Allein Esser soll über 200 Mio. D-Mark eingestrichen haben. Josef Ackermann hatte anlässlich der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank erklärt, er werde auch im Falle einer Anklage nicht von seinem Amt zurücktreten. Er sehe der Entscheidung über eine Anklage gelassen entgegen.


Für einen Großteil der Zuwendungen, so der Vorwurf der Ermittler, habe jede Rechtsgrundlage gefehlt. Nicht das Konzerninteresse, sondern persönliche Bereicherungsmotive hätten zu den Abfindungen geführt. Die Beschuldigten hatten die Vorwürfe mehrfach als „unzutreffend“ zurückgewiesen.

Nach einem rund drei Monate dauernden Übernahmepoker war Mannesmann im Februar 2000 für 188 Mrd. US-Dollar von Vodafone übernommen worden. Mannesmann-Managern, die sich gegen die Übernahme gesträubt hatten, wurde der Deal mit millionenschweren Abfindungen aus den Kassen von Mannesmann "versüßt". Die "Abschieds-Zahlungen" wurden von einem vierköpfigen Aufsichtsrats-Gremium genehmigt, dem unter anderen der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann und der IG-Metall-Chef Klaus Zwickel angehörten.

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