Montag, 12. Februar 2001
Forschungskosten: Biotech-Branche muss noch viel investieren
Die Entzifferung des genetischen Bauplans des Menschen hat weitreichende Konsequenzen für die Pharma- und Biotechnik-Industrie. Von Vorteil ist, dass Unternehmen künftig gezielter Medikamente entwickeln können. Mit einem raschen Profit rechnen die Analysten allerdings nicht. Jetzt komme die lange Phase der Erforschung, heisst es beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie.
Auch bei Aventis (Hoechst/Rhone Poulenc) ist man sich sicher, dass die Entschlüsselung des menschlichen Genoms noch kein neues Medikament bedeutet. Erst in fünf bis zehn Jahren rechnet der Konzern mit konkreten Ergebnissen. Nach eigenen Angaben arbeitet Aventis mit 100 Partnern zusammen. Eine solche Bündelung der Forschung, und damit auch der Kosten, halten Unternehmensberater für sinnvoll. Aventis wolle auch weiterhin seine Forschungskosten auf dem Niveau von etwa 16 Prozent des Umsatzes halten, hieß es.
Zunächst werden wahrscheinlich nur die Forschungskosten enorm steigen, nicht aber die Profite, schätzt dagegen die US-Investmentbank Lehman Brothers. Pharmaforscher müssten zunächst erst einmal herausfinden, wie Gene Krankheiten auslösen. Die Kosten für die Markteinführung von Medikamenten werden sich von 800 Mio. Dollar auf 1,6 Mrd. Dollar in 2005 verdoppeln, nimmt Lehman-Analyst Ian Smith an. Grund hierfür: die Enwicklung neuer Medikamente sei risikoreicher als die Weiterentwicklung von bereits vorhandener Medizin.



