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Superjumbo A380 auf dem Weg nach Asien

Superjumbo A380 auf dem Weg nach Asien

Mittwoch, 26. September 2007

Luftfahrt im Höhenflug: China hebt ab

Chinas zivile Luftfahrt ist auf dem besten Wege, die erste Rolle in Asien zu spielen. Die Wachstumsraten liegen seit Jahren im zweistelligen Bereich. Und die Ziele der Chinesen bleiben ehrgeizig. 24 neue Flughäfen sind in den vergangenen Jahren in China in Betrieb genommen worden. Zwischen 2010 und 2020 soll die Zahl von 200 auf 250 Flughäfen steigen.

2006 wurden auf den chinesischen Flughäfen 332 Millionen Passagiere gezählt - das waren 16,7 Prozent mehr als 2005. Allein 299 Millionen wurden auf Inlandsrouten befördert. Die etwa 33 Millionen Passagiere auf den Auslandsrouten bedeuteten eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 14,6 Prozent. Lag im Jahr 2000 der Anteil Chinas am asiatisch-pazifischen Luftverkehr noch bei 15 Prozent, so waren es 2005 schon 35 Prozent. Damit ist China schon heute eine dominierende Größe in dieser Region - weit vor Japan und Australien.

Mangel an Piloten

China hat heute rund 10.000 Piloten und 998 Verkehrsflugzeuge, 2002 waren es nur 602 Maschinen. Zum Vergleich: Der gesamte Lufthansa-Konzern verfügt über rund 6130 Piloten. In den nächsten fünf Jahren werden in China jährlich wenigstens 2000 Piloten ausgebildet, um sowohl die aus Altersgründen ausscheidenden Piloten zu ersetzen als auch genügend Crews für die neuen Flugzeuge rekrutieren zu können.

Zhang Hexiang, chinesische Luftverkehrsspezialistin, gab auf einem Kongress in Bangkok allerdings zu bedenken, dass es kaum möglich sein werde, in der zeit- und kostenintensiven Pilotenausbildung mit dem starken Wachstum der Verkehrsluftfahrt in China Schritt zu halten.

Auftrieb für den Flugzeugbau

Chinas Luftfahrtmanager sind fest entschlossen, in den kommenden Dekaden eine Schlüsselrolle im internationalen Flugzeugbau einzunehmen. War das Lizenzbau-Joint-Venture mit McDonnell Douglas, auf das Amerikaner und Chinesen vor der Jahrhundertwende große Hoffnungen gesetzt hatten, ein wirtschaftliches und industrielles Fiasko, so versprechen sich die Chinesen jetzt mit Unterstützung von Airbus beim Flugzeugbau erheblichen Auftrieb.

Chinas erklärtes Ziel, so Zhang Hexiang, sei es, langfristig eines der führenden Länder im Flugzeugbau zu werden, weil die Luftfahrtindustrie zu den wichtigsten Schlüsselindustrien des 21. Jahrhunderts gehöre. China wolle langfristig mit den führenden europäischen Nationen wie Frankreich, Deutschland und England gleichziehen.

Der erste große Schritt heißt Tianjin: In dieser Neun-Millionen-Stadt östlich von Peking sollen künftig monatlich vier Airbus A320 in Lizenz gefertigt werden. Aber auf lange Sicht viel zu wenig, um auch nur den eigenen Riesenhunger Chinas nach neuen Flugzeugen befriedigen zu können. Denn Chinas Maxime heiße: "China - der Motor des asiatischen Luftfahrtwachstums", so formuliert es Zhang Hexiang.

Privates Engagement

Bemerkenswert an der Entwicklung in China ist vor allem die Tatsache, dass in der Volksrepublik, die immerhin nach wie vor ein kommunistischer Staat ist, in den vergangenen Jahren 25 kleinere oder mittelgroße Airlines als Privatgesellschaften gegründet worden sind oder unmittelbar vor ihrer Gründung stehen. Die Palette reicht von der Eastern Sea Air über Spring Airlines, Qiantang Airline, Rainbow International Airline, Xinhua Express und Youhe Tongdao Airline bis zur Jasmine Airline, der Great Wall Airline, der Air Kunming und der Jade Airline, um nur einige der interessantesten Neugründungen hervorzuheben.

Laurence Barron, Präsident von Airbus China, ist überzeugt, dass nach 2020 über 100 Exemplare des riesigen doppelstöckigen Airbus A380 im Reich der Mitte fliegen werden. Auch der kanadische Verkehrswissenschaftler Prof. David Gillen schließt nicht mehr aus, dass eines Tages die "europäischen Riesen" auch im Inlandsverkehr in China eingesetzt werden, wie das schon seit vielen Jahren mit der Boeing 747 der Fall ist.

Von Karl Morgenstern, dpa

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