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Mittwoch, 11. Juli 2007

Nicht immer hoch im Kurs: Chronik des Euro

Der Euro hat am Mittwoch seinen Höhenflug fortgesetzt und mit 1,3784 Dollar ein Rekordhoch erreicht. Erst am Dienstag hatte die Gemeinschaftswährung zum ersten Mal seit ihrer Einführung an den Finanzmärkten zum 1. Januar 1999 die Marke von 1,37 Dollar übersprungen. So hat sich der Euro entwickelt:

1. Januar 1999: Der Euro wird von den elf Gründerländern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben. Der Umrechnungskurs zur D-Mark beträgt 1,95583 DM je Euro. Am 4. Januar startet der Handel in Sydney mit 1,1747 Dollar. Zeitweise steigt der Neuling auf knapp 1,19 Dollar. Wegen des sich anbahnenden Krieges im Kosovo beginnt aber bald die Talfahrt.

Dezember 1999: Der Euro fällt erstmals auf 1,00 Dollar.

September/Oktober 2000: Bei Kursen unter 0,85 Dollar wächst die Befürchtung, der schwache Euro könnte die Weltwirtschaft destabilisieren. Die EZB interveniert mit Unterstützung der Zentralbanken Japans und der USA. Als die Interventionen verpuffen, rutscht der Euro auf ein Rekordtief von 0,8225 Dollar - rund 30 Prozent unter dem Einführungsniveau.

November 2000: Eine weitere Interventionsrunde hievt die Gemeinschaftswährung wieder auf 0,86 Dollar.

Januar 2001: Die beginnenden Zinssenkungen der US-Notenbank Fed belasten den Dollar. Der Euro klettert auf 0,95 Dollar.

11. September 2001: Die Anschläge von New York und Washington belasten den Dollar nur kurz.

Januar 2002: Die Einführung des Euro-Bargelds in den Ländern der Währungsunion verläuft reibungslos und stützt den Kurs.

Juli 2002: Der Euro erreicht erstmals wieder 1,00 Dollar.

März 2003: Im Vorfeld der von den USA angeführten Invasion im Irak steigt der Euro auf über 1,10 Dollar.

Mai 2003: Der Euro überspringt sein Einführungsniveau von 1,1747 Dollar.

Juni 2003: Die US-Zinsen sinken auf 1,0 Prozent.

September 2003: Finanzminister und Notenbanker der sieben führenden Industrieländer (G7) bekräftigen, dass sie flexiblere Wechselkurse wollen. An den Märkten wird dies als Signal für einen schwächeren Dollar interpretiert. Am 28. November 2003 steigt der Euro erstmals über 1,20 Dollar.

Juni 2004: Die US-Notenbank läutet eine Zinserhöhungsrunde ein. Der Leitzins steigt um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent.

November 2004: Angesichts seiner Ausgabenpolitik sehen viele Investoren in der Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush ein Signal für einen anhaltend schwachen Dollar. Eine Woche später überspringt der Euro zum ersten Mal 1,30 Dollar.

Dezember 2004: Ende des Jahres stellt der Euro mit 1,3667 Dollar ein Rekordhoch auf.

Januar 2005: Binnen weniger Handelstage büßt der Euro seine Gewinne ein und steht am Monatsende bei rund 1,30 Dollar.

Ende Mai 2005: Die Absage der Franzosen an eine europäische Verfassung trägt zusätzlich zu Euro-Verkäufen bei.

Juli 2005: Eine in Italien angestoßene Debatte um ein mögliches Auseinanderbrechen der Euro-Gruppe drückt die Gemeinschaftswährung unter 1,21 Dollar.

November 2005: Die US-Notenbank hat ihren Leitzins auf vier Prozent erhöht. Der Euro fällt auf 1,1638 Dollar - Jahrestief.

Dezember 2005: Die EZB beginnt mit Zinserhöhungen, der Leitzins steigt um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Der Euro steigt über 1,20 Dollar.

24. November 2006: Erstmals seit April 2005 erreicht der Euro wieder 1,30 Dollar.

27. April: Spekulationen auf Zinssenkungen in den USA und Zinserhöhungen in der Euro-Zone und Großbritannien schwächen den Dollar und treiben den Euro an. Die Gemeinschaftswährung springt auf 1,3682 Dollar und übertrifft damit die gut zwei Jahre alte Rekordmarke von rund 1,3670 Dollar.

10. Juli 2007: Der Euro erreicht vor einer Rede von Fed-Chef Ben Bernanke zur Inflation erstmals Kurse über 1,37 Dollar.

11. Juli 2007: Die Angst vor einer Eskalation der Hypothekenkrise in den USA treibt die Anleger verstärkt in den Euro, der in der Spitze 1,3784 Dollar erreicht.

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