Donnerstag, 18. September 2008
Who's Who an der Wall Street?: Die Giganten der Branche
Die US-Finanzbranche wird derzeit von heftigen Turbulenzen erschüttert. Einige der wichtigsten Akteure der Wall Street auf einen Blick:
BANK OF AMERICA: Das mittlerweile größte Kreditinstitut der USA erzielte im Geschäftsjahr 2007 einen Gewinn von 15 Mrd. US-Dollar nach 21,1 Mrd. im Vorjahr. Im zweiten Quartal 2008 ging der Gewinn um 40 Prozent auf 3,4 Mrd. US-Dollar zurück - es war der vierte Gewinnrückgang in Folge. Wegen der Finanzmarktkrise musste die Bank mehr als elf Mrd. US-Dollar abschreiben und für faule Kredite zurücklegen. Die Bank mit ihren 210 000 Mitarbeitern ist besonders im Privatkundengeschäft und der Firmenfinanzierung engagiert.
CITIGROUP: Der in 100 Ländern tätige einstige Branchenprimus erwirtschaftete 2007 einen Gewinn von 3,62 Mrd. US-Dollar nach 21,5 Mrd. im Vorjahr. Im zweiten Quartal 2008 gab es hingegen ein Minus von 2,5 Mrd.. Die Abschreibungen und Werteinbußen der Citigroup wegen der Kreditkrise addierten sich bisher auf rund 50 Mrd. US-Dollar. Die Bank beschäftigt rund 160 000 Menschen in den USA und rund 227 000 in anderen Ländern.
J.P. MORGAN CHASE: Bislang steckte die Bank die Turbulenzen besser weg als viele Konkurrenten. 2007 erwirtschaftete sie einen Gewinn von 15,4 Mrd. US-Dollar, 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Im zweiten Quartal 2008 halbierte sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf zwei Mrd. US-Dollar. J.P. Morgan Chase beschäftigt 180 000 Menschen.
GOLDMAN SACHS: Die weltgrößte Investmentbank hat ihren Gewinn im Geschäftsjahr 2007 (30. November) um 22 Prozent auf die Rekordhöhe von 11,6 Mrd. US-Dollar gesteigert. In dem Ende August beendeten dritten Geschäftsquartal 2008 erlebte sie einen drastischen Gewinneinbruch auf 845 Mio. US-Dollar von 2,9 Mrd. US-Dollar ein Jahr zuvor. Die Investmentbank beschäftigt mehr als 30 000 Menschen.
MORGAN STANLEY: Die zweitgrößte US-Investmentbank erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2007 (30. November) einen Gewinn von 3,2 Mrd. US-Dollar nach 7,5 Mrd. im Vorjahr. Zwischen März und Mai 2008 verdiente die Bank mit einer Milliarde US-Dollar rund 60 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Infolge der Kreditkrise fielen Belastungen von rund 14 Mrd. US-Dollar an.
MERRILL LYNCH: Die Nummer drei unter den US-Investmentbanken, die von der Bank of America übernommen wird, zählt zu den größten Opfern der Finanzmarktkrise. 2007 verzeichnete Merrill Lynch einen Verlust von 7,8 Mrd. US-Dollar nach 7,5 Mrd. US-Dollar Gewinn im Vorjahr. Im zweiten Quartal erlitt die Bank den vierten Mrd.- Verlust in Folge mit einem Minus von 4,7 Mrd. US-Dollar. Die Abschreibungen erreichten inzwischen rund 40 Mrd. US-Dollar. Merrill Lynch beschäftigt 48 700 Menschen in den USA und 15 500 in anderen Ländern.
LEHMAN BROTHERS: Im Geschäftsjahr 2007 (30. November) fuhr Lehman noch einen Rekordgewinn von 4,2 Mrd. US-Dollar und damit ein Plus von 5 Prozent ein. Für das dritte Geschäftsquartal 2008 verkündete die Investmentbank einen Rekordverlust von 3,9 Mrd. US-Dollar. Allein in dem Ende August abgelaufenen dritten Geschäftsquartal musste Lehman 7,8 Mrd. US-Dollar abschreiben. Die Bank hat mehr als 25 000 Mitarbeiter. Am Montag musste die Nummer vier der US- Branche Gläubigerschutz beantragen, nachdem ein Notverkauf scheiterte.
BEAR STEARNS: Die einst fünftgrößte US-Investmentbank wurde im Frühjahr in einem Notverkauf von J.P. Morgan geschluckt. Im Geschäftsjahr 2007 (30. November) hatte sie noch einem Gewinn von 233 Mio. US-Dollar ausgewiesen nach 2,1 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Bear Stearns war besonders stark von den Finanzmarkt-Turbulenzen getroffen worden.

