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Donnerstag, 22. Juni 2006

Noch 2.500 Jobs weg: Dresdner kommt nicht zur Ruhe

Die ertragsschwache Dresdner Bank kommt nicht zur Ruhe und streicht im Zuge eines erneuten Konzernumbaus jeden zwölften Arbeitsplatz. "Bis 2008 sollen 2480 Stellen eingespart werden", teilte das zur Allianz gehörende Frankfurter Kreditinstitut am Donnerstag mit. Damit setzt das Geldhaus die Schrumpfkur der vergangenen Jahre fort: Seit Anfang des Jahrzehnts wurden rund 18.000 Vollzeitstellen gestrichen, zuletzt beschäftigte die Bank noch 28.800 Mitarbeiter. Ein Sprecher ließ offen, ob es zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird.

Der abermalige Umbau soll bis zu 400 Mio. Euro kosten, bis 2008 aber Synergien von 600 Mio. Euro einbringen. Die Bank bekräftigte das Ziel, bis dahin stärker als der Markt zu wachsen und bei konstanten Kosten eine Rendite von zwölf Prozent nach Steuern anzustreben.

Die Restrukturierung ist Teil eines weit reichenden Programms der Münchener Allianz zur Steigerung der Profitabilität. Die Dresdner war wegen ihrer langsamen Fortschritte zuletzt mehrfach von Allianz-Chef Michael Diekmann kritisiert worden. Zum Vergleich: Deutschlands Branchenprimus Deutsche Bank etwa konnte 2005 eine Rendite von gut 16 Prozent nach Steuern verbuchen. Bei der Dresdner waren es lediglich neun Prozent - bereinigt um Sondererträge sogar nur fünf Prozent.

Analysten warnen vor erneuter Unruhe

"Mit unserem neuen Geschäftsmodell wollen wir wachstumsstärker und kostengünstiger werden", erläuterte Bank-Chef Herbert Walter. Seit seinem Amtsantritt 2003 handelt es sich - je nach Zählart - um das dritte beziehungsweise vierte Restrukturierungsprogramm. "Mittlerweile zähle ich da schon gar nicht mehr mit", sagte ein Dresdner-Mitarbeiter.

"Mein Bedenken ist, dass das erneut Unruhe in die Dresdner Bank bringt", sagte ein Analyst. "Damit stellt sich die Frage, ob sie wirklich das angekündigte Wachstum erreichen. Auf dem Papier sieht das alles gut aus - aber das muss man erst einmal umsetzen." Offen sei, wieso man diese Struktur nicht schon vor zwei oder drei Jahren gewählt habe.

Mit ihrem Stellenabbau steht die Dresdner keineswegs alleine da: Erst vor wenigen Tagen hatte die Commerzbank den Abbau von 900 Arbeitsplätzen angekündigt, die HVB streicht 600 Stellen in der Informationstechnik.

Vertrieb soll gestärkt werden

Mit dem Umbau will die Dresdner Bank den Vertrieb stärken, das Mittelstandsgeschäft bündeln sowie das Angebot für Konzerne und Institutionelle zusammenführen. Im Kern gibt es künftig drei Bereiche: das Segment Private & Corporate Clients (PCC), das Investmentbanking sowie den Dienstleistungs- und Abwicklungsbereich Business Services. Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) wird in die Bank integriert und verzichtet künftig auf den Namensbestandteil des bereits vor Jahren ausgeschiedenen Bankers Bruce Wasserstein.

Das Segment PCC soll sowohl Privatkundengeschäft als auch mittelständische Firmenkunden umfassen, deren Zahl die Dresdner auf gut 250.000 beziffert. Es wird in Vertrieb und Produktion aufgeteilt. Die Investmentbank wird zudem künftig für eine größere Anzahl von Konzernen zuständig sein und ihr Angebot ausweiten. Im Filialgeschäft will die Dresdner Bank 2008 rund 6,5 Mio. Kunden betreuen und damit den Marktanteil auf zehn Prozent von derzeit gut acht steigern. Im laufenden Jahr sollen 300.000 Kunden über den Vertrieb der Muttergesellschaft Allianz gewonnen werden.

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