Freitag, 27. Februar 2009
Ein "Zukunftsplan" für Opel: Eckpunkte des Konzepts
Der um sein Überleben kämpfende Autobauer Opel hat am Freitag Teile eines Rettungsplans vorgelegt. Am Montag will der Autobauer der Bundesregierung sein Zukunftskonzept präsentieren. Die Regierung macht davon grünes Licht für die beantragte Staatshilfe abhängig.
Europäischer Konzern
Aus Opel und der Schwestermarke Vauxhall soll ein europäischer Autokonzern mit Werken in mehreren Ländern entstehen. Die Zentrale des neuen Unternehmens soll laut GM-Europachef Carl-Peter Forster in Deutschland sein, ebenso das Entwicklungszentrum. Der Betriebsrat strebt als künftige Gesellschaftsform eine Aktiengesellschaft an. Derzeit ist Opel eine GmbH.
Hilfen
Für das weitere Überleben und wichtige Entwicklungsinvestitionen hat Opel in ganz Europa 3,3 Milliarden Euro an Staatshilfen beantragt. Der größte Teil der Bürgschaft komme auf die deutsche Bundesregierung zu, sagte Forster. Aber auch andere europäische Länder hätten signalisiert, dem Unternehmen beizuspringen. Neben Deutschland hat der Autobauer Werke in Österreich, Belgien, Spanien, Russland und Großbritannien. Weitere drei Milliarden an Unterstützung sollen von der Mutter GM in Form von Sacheinlagen, Rechten und Patenten kommen.
Suche nach neuen Investoren
Der Autobauer will Investoren finden, die sich mit 25 bis 50 Prozent an dem Unternehmen beteiligen. Dabei wendet sich Opel vor allem an die öffentliche Hand. Strategische Anteilseigner aus der Autoindustrie dürften wegen der derzeitigen Krise vor Zukäufen eher zurückschrecken, während eine Beteiligung der öffentlichen Hand eine Zwischenlösung sein könne, sagte Forster. "Wenn die Krise vorbei ist, könnten sich neue Konstellationen abzeichnen." GM will weiterhin an dem Unternehmen beteiligt bleiben.
Sparmaßnahmen
Um die Krise zu bewältigen, muss Opel 1,2 Mrd. Dollar sparen. Auf die Mitarbeiter kommt damit ein Personalabbau zu, der über freiwillige Abfindungen bewältigt werden soll. Auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen will Opel wenn möglich verzichten. Sollte sich jedoch eine günstige Gelegenheit für den Verkauf einzelner Werke bieten, wolle Opel dies prüfen, sagte Forster.
In einem Zeitungsbericht hatte es zuvor geheißen, Opel erwäge einen Verkauf des Corsa-Werks in Eisenach in Thüringen mit 1800 Mitarbeitern. Zudem könne es laut Opel Lohn- und Gehaltskürzungen geben.
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