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Die OPEC will mit einer Kürzung der Öl-Förderung den Preisverfall stoppen.

Die OPEC will mit einer Kürzung der Öl-Förderung den Preisverfall stoppen.

Samstag, 15. November 2008

Von der Finanz- zur Wirtschaftskrise: Eine Chronologie

Die globale Finanzkrise nahm ihren Anfang im Abschwung am US-Immobilienmarkt seit Herbst 2006. Eine Chronologie:

Juni 2007: Alarm an der Wall Street: Zwei Hedge-Fonds der New Yorker Investmentbank Bear Stearns straucheln, weil sie in großem Stil in mit Immobilien besicherten Papieren engagiert sind.

Juli/August 2007: In Deutschland geraten Banken wegen Fehlspekulationen am US-Immobilienmarkt in die Krise - etwa die Mittelstandsbank IKB, die Sachsen LB, die WestLB und die BayernLB.

September 2007: Besorgte Kunden stürmen die Schalter der britischen Bank Northern Rock. Die Regierung und die Bank von England garantieren die Einlagen, Northern Rock wird vom Staat übernommen.

Oktober 2007: Ein großes Finanzhaus nach dem anderen meldet Milliardenabschreibungen und hohe Verluste.

Februar 2008: Der US-Kongress billigt ein Konjunkturprogramm im Umfang von 150 Milliarden Dollar.

März 2008: Das Investmenthaus Bear Stearns wird auf Druck der US- Notenbank kurz vor dem Zusammenbruch an die Großbank J.P. Morgan Chase verkauft. Die US-Regierung springt mit Garantien ein.

6. September: Die US-Regierung übernimmt die Kontrolle bei den US- Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac.

15. September: Der "schwarze Montag" der Wall Street: Die Investmentbank Lehman Brothers muss Insolvenz anmelden, Konkurrent Merrill Lynch wird von der Bank of America aufgekauft.

17. September: Die US-Notenbank rettet den Versicherungsriesen AIG mit einem Kredit von 85 Milliarden Dollar.

19. September: Die US-Regierung kündigt ein 700 Milliarden Dollar schweres Rettungspaket für die Finanzbranche an.

21. September: Die beiden letzten verbliebenen unabhängigen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley verzichten auf ihren Sonderstatus und werden zu gewöhnlichen Geschäftsbanken.

25. September: Die größte US-Sparkasse Washington Mutual bricht zusammen und wird von der Großbank J.P. Morgan Chase aufgefangen.

29. September: Für den deutschen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate wird ein 35 Milliarden Euro schweres Rettungspaket geschnürt.

30. September: Die irische Regierung beschließt eine etwa 400 Milliarden Euro schwere Garantie für alle Einlagen bei den sechs großen Banken des Landes.

5. Oktober: Die Bundesregierung verkündet eine Komplettgarantie für private Einlagen. Das Rettungspaket für die Hypo Real Estate muss von 35 auf 50 Milliarden Euro aufgestockt werden.

7. Oktober: Islands Ministerpräsident Geir Haarde warnt vor einem "Staatsbankrott" und übernimmt die Kontrolle über das Bankensystem. Die Talfahrt der Börsen beschleunigt sich.

8. Oktober: Sechs große Notenbanken senken gemeinsam die Leitzinsen. Die Panik an den Börsen können sie nur kurz eindämmen.

13. Oktober: Die Bundesregierung stellt ein gigantisches Banken- Rettungspaket im Volumen von 500 Milliarden Euro vor. Frankreich präsentiert einen 360 Milliarden Euro schweren Hilfsplan. Viele EU- Länder schnüren ebenfalls Notpakete; nach dem Vorbild Großbritanniens setzt sich ein Rettungsmix aus Bürgschaften zur Wiederherstellung des Kreditflusses zwischen Banken sowie von Teilverstaatlichungen durch.

14. Oktober: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sehen Deutschland am Rande einer Rezession.

21. Oktober: Da die Finanzkrise zunehmend Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat, schlägt Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy Verstaatlichungen von Schlüsselindustrien vor. Deutschland lehnt das ab. Die Diskussion über Konjunkturpakete wird heftiger.

22. Oktober: US-Präsident George W. Bush lädt die G20-Staats- und Regierungschefs zu einem Weltfinanzgipfel am 15. November nach Washington ein.

23. Oktober: Die Autobauer sind als erste Branche von den Auswirkungen der Finanzkrise betroffen: Der Ertrag von Mercedes-Benz bricht im dritten Quartal ein, weitere folgen mit negativen Nachrichten. Alle Autobauer rüsten sich für raue Zeiten und wollen die Produktion vielerorts für mehrere Wochen stoppen.

24. Oktober: Die OPEC wird ihre Öl-Förderung ab November um 1,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag kürzen. Damit will das Kartell den Preisverfall stoppen, die Nachfrage bricht drastisch ein.

29. Oktober: Die US-Notenbank senkt ihren Leitzins angesichts düsterer Konjunkturerwartungen um 0,5 Prozentpunkte auf 1 Prozent.

3. November: Die Commerzbank - das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut - sowie die Landesbanken HSH Nordbank und WestLB greifen auf das staatliche Rettungspaket zu. Zuvor war bereits die BayernLB unter den Rettungsschirm geschlüpft.

4./5. November: Die Wahl Barack Obamas in den USA führt nur zu einem kurzen Höhenflug an den Börsen - einen Tag später stürzen aufgrund von Rezessionsängsten weltweit alle Indizes wieder ab.

5. November: Die Bundesregierung beschließt ein rund 12 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket. Damit soll der Wirtschaftsabschwung abgefedert werden. Die Regierung hofft, dass Investitionen von 50 Milliarden Euro angestoßen und eine Million Jobs gesichert werden.

6. November: Eine Hiobsbotschaft jagt die nächste: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet malt düstere Konjunkturaussichten. Die EZB senkt erneut drastisch die Leitzinsen auf 3,25 Prozent. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert, dass erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg praktisch alle Industriestaaten in die Rezession rutschen werden. Der IWF geht für 2009 von einer Weltrezession aus.

9. November: China kündigt ein fast 600 Milliarden Dollar schweres Konjunkturpaket für die beiden kommenden Jahre an, um die globalen Verwerfungen abzufedern und um die Binnenkonjunktur anzukurbeln.

15. November: In Washington beraten die G20-Staats- und Regierungschefs über einen Fahrplan für eine grundlegende Reform des Weltfinanzsystems.

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