Freitag, 08. April 2005
50 Jahre McDonald's: Erfolgreiche Schlankheitskur
Als Ray Kroc am 15. April 1955 sein erstes "McDonald's"-Hamburger-Restaurant in Des Plaines im amerikanischen Bundesstaat Illinois eröffnete, klingelten am ersten Tag 366,12 Dollar in den Kassen. 50 Jahre später setzt die weltgrößte "Fast-Food"-Restaurantkette mehr als 19 Milliarden Dollar um und verdient 2,3 Milliarden Dollar.
McDonald's bedient inzwischen täglich 47 Millionen Kunden in mehr als 31.000 McDonald's-Restaurants in 119 Ländern mit Hamburgern, Pommes frites, Frühstücksgerichten, Salaten und anderen Schnellgerichten. Zwischen dem bescheidenen Start und dem 50-jährigen McDonald's-Jubiläum liegt eine der bemerkenswertesten unternehmerischen US-Erfolgsgeschichten.
Burger und Fries zu Billigstpreisen
McDonald's-Firmengründer Kroc war 1954 im Alter von 52 Jahren als schwer kranker Verkäufer von Mixmaschinen für Milchgetränke in San Bernardino (Kalifornien) auf ein supererfolgreiches Hamburger-Restaurant gestoßen. Es gehörte den Brüdern Dick und Mac McDonald und bot Hamburger, Cheeseburger, "French Fries" (Pommes frites), Erfrischungsgetränke und "Milk Shakes" (Milchmix-Getränke) zu absoluten Billigstpreisen an. Kroc, ein geborener Erfolgsverkäufer, witterte für dieses Restaurantkonzept in den ganzen USA Erfolgsaussichten.
Er schlug den Brüdern vor, landesweit McDonald's-Restaurants aufzumachen und offerierte hierfür seine Dienste. Kroc erwarb die Franchising-Lizenz, gründete die Vorgängergesellschaft der McDonald's Corporation und zahlte die McDonald-Brüder schließlich 1961 für bescheidene 2,7 Millionen Dollar aus. 1965 ging McDonald's an die Börse, und heute liegt der Gesamtwert der Aktien bei rund 40 Milliarden Dollar.
Viele neue Produkte
Kroc überwachte sein Unternehmen bis zu seinem Tod im Jahr 1984. Der als Sauberkeits- und Service-Fanatiker bekannte Unternehmer hatte zwischenzeitlich den Clown Ronald McDonald, den "Big Mac"-Hamburger, das Frühstücksgericht "Egg McMuffin", das "Happy Meal" für Kinder und viele andere Neuerungen eingeführt. Das große Geschäft sind für McDonald's aber weiterhin die Hamburger und Pommes mit denen die Gesellschaft jahrzehntelang das Geld geschaufelt hatte.
Seit den neunziger Jahren war der Riesenkonzern aber auch zunehmend übersättigt und träge geworden. Die Kunden sprangen serienweise zu wendigeren Schnellrestaurant-Ketten wie Burger King, Wendy's und Subway ab. McDonald's wurde außerdem zunehmend zum Symbol für das eskalierende Probleme übergewichtiger amerikanischer Kinder, Teenager und Erwachsener. In dem Buch "Fast Food Nation" prangerte Eric Schlosser die amerikanische Schnellrestaurant-Branche heftig an.
Cantalupos "Plan to Win"
McDonald's geriet im Schlussquartal 2002 erstmals in die roten Zahlen, ehe der neue Konzernchef Jim Cantalupo mit seinem "Plan to Win" das Steuer für das schwerfällige Unternehmen wieder herumreißen konnte. "Die Welt und die Kunden haben sich verändert. Wir müssen uns ebenfalls ändern", betonte er. Cantalupo führte neue Salate, Apfelscheiben als Nachtisch und andere gesündere Gerichte ein. Er konzentrierte sich auf die Umsatzsteigerung in existierenden McDonald's-Restaurants statt auf die Eröffnung neuer Geschäfte. Der bessere Kundendienst, eine schnellere Bedienung sowie mehr auf Frauen mit Kindern und andere Stammkunden ausgerichtete Gerichte und Restaurant-Dekors brachten die Gäste zurück.
Die McDonald's-Schlankheitskur gelang erstaunlich gut. Sie wird auch nach dem überraschenden Tod von Cantalupo und dem kurz darauf folgenden Krebstod seines Nachfolgers Charlie Bell von dem jetzigen Konzernchef Jim Skinner erfolgreich fortgesetzt.



