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Dienstag, 26. Dezember 2006

Filmlegende des Ostens: Erwin Geschonneck wird 100

Der Schauspieler Erwin Geschonneck ist zu seinem 100. Geburtstag am Mittwoch in Berlin gefeiert worden. Am Vormittag gratulierten engste Angehörige dem Jubilar in seiner Wohnung, darunter Frau Heike und ihr gemeinsamer Sohn Alexander.

Freunde, Kollegen und Weggefährten gratulierten ihm am Abend in der Akademie der Künste am Pariser Platz. Unter den mehreren hundert Gästen waren der Regisseur Thomas Langhoff, die Schauspielerkollegen Inge Keller, Gisela May, Corinna Harfouch und Otto Sander, der Berliner Kulturstaatssekretär Andr Schmitz sowie die Linkspartei-Politikerin Petra Pau. Der 100-Jährige nahm die Glückwünsche sichtlich gerührt entgegen. In seinem Beisein wurde eine von der Zeitschrift "Theater der Zeit" konzipierte Ausstellung zum Leben und Werk des Schauspielers eröffnet.

Langhoff erzählte in seiner Würdigung, wie ihn Filme mit Geschonneck als Kind beeindruckt hätten: "Die Erinnerungen sind so gewaltig, es sind so viele Generation, für die Sie ein Star waren." Als Zwölfjährigen habe ihn der Darsteller als Holländer-Michel in dem Märchenfilm "Das kalte Herz" furchtbar erschreckt. "Die Verbindung eines außergewöhnlichen Menschen mit einem begnadeten Komödianten hat Außergewöhnliches hervorgebracht", betonte der Regisseur.

Kulturstaatssekretär Schmitz, der die Grüße des Senats überbrachte, sagte: "Ganz Berlin liegt Ihnen zu Füßen und gratuliert Ihnen zum 100. Geburtstag." Petra Pau betonte, Spielfilme wie "Karbid und Sauerampfer" und "Nackt unter Wölfen" hätte sie selbst wie Generationen von DDR-Bürgern geprägt.

In der Akademie der Künste sind noch bis zum 7. Januar Filme mit Erwin Geschonneck zu sehen. Geschonneck spielte für die ostdeutsche Filmgesellschaft Defa unter anderem eine Hauptrolle in "Jakob der Lügner" von Frank Beyer (1974), der als einziger DDR-Film für einen Oscar nominiert wurde. Unter Bertholt Brecht spielte der Mime am Berliner Ensemble in den 50er Jahren unter anderem den Knecht Matti in "Herr Puntila und sein Knecht Matti".

Zuvor hatten Politiker aus Berlin und Brandenburg das Lebenswerk des Schauspielers gewürdigt. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) betonte, Geschonneck habe über Jahrzehnte "zu den prägnantesten Darstellern des Films der DDR" gezählt. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) gratulierten dem Jubilar. Wowereit würdigte Geschonneck als Schauspieler, der sich "in die Herzen seines Publikums gespielt hat". Platzeck bezeichnete Geschonneck als "Jahrhundert-Persönlichkeit".

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