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Freitag, 24. November 2006

Chronik: Euro-Kurs seit 1999

Erstmals seit April 2005 hat der Euro am Freitag die psychologisch wichtige Marke von 1,30 US-Dollar übersprungen. eine Chronologie zur Entwicklung des Eurokurses:

Januar 1999: Der Euro wird von den elf Gründerländern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben. Der Umrechnungskurs für die D-Mark beträgt 1,95583 DM je Euro. Am 4. Januar startet der Handel in Sydney mit 1,1747 Dollar. Zeitweise steigt der Euro auf knapp 1,19 Dollar. Angesichts des sich anbahnenden Krieges im Kosovo geht er aber bald auf Talfahrt.

Dezember 1999: Der Euro rutscht erstmals auf einen Dollar.

September/Oktober 2000: Bei Kursen unter 0,85 Dollar wächst die Befürchtung, der schwache Euro könnte die Weltwirtschaft destabilisieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) interveniert mit Unterstützung der Zentralbanken Japans und der USA. Als die Wirkung der Interventionen verpufft, rutscht der Euro auf ein Rekordtief von 0,8225 Dollar - ein Kursverlust von rund 30 Prozent zum Einführungsniveau.

November 2000: Eine weitere Interventionsrunde hievt die Gemeinschaftswährung wieder auf 0,86 Dollar.

Januar 2001: Die beginnenden Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) belasten den Dollar. Der Euro klettert auf 0,95 Dollar.

11. September 2001: Die Anschläge von New York und Washington belasten den Dollar nur relativ kurzfristig.

Januar 2002: Die Einführung des Euro-Bargelds in den Ländern der Währungsunion verläuft reibungslos und stützt den Kurs.

Juli 2002: Der Euro erreicht erstmals wieder 1,00 Dollar.

März 2003: Im Vorfeld der von den USA angeführten Invasion im Irak steigt der Euro auf über 1,10 Dollar.

Mai 2003: Der Euro überspringt erstmals wieder sein Einführungsniveau von 1,1747 Dollar.

Juni 2003: Der US-Leitzins wird auf 1,0 Prozent gesenkt.

September 2003: Die Finanzminister und Notenbanker der sieben führenden Industrieländer (G7) bekräftigen bei einem Treffen in Dubai, dass sie mehr Flexibilität bei den Wechselkursen für wünschenswert halten. An den Märkten wird dies als Signal für einen schwächeren Dollar interpretiert. Am 28. November 2003 steigt der Euro erstmals über 1,20 Dollar.

Juni 2004: Die Fed beginnt mit einer neuen Zinserhöhungsrunde, hebt den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent.

November 2004: In der Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush sehen viele Investoren angesichts von dessen Ausgabenpolitik ein Signal für einen weiterhin schwachen Dollar. Am10. November steigt der Euro erstmals über 1,30 Dollar.

Dezember 2004: Der Euro erreicht mit 1,3667 Dollar ein Rekordhoch.

Januar 2005: Binnen weniger Handelstage büßt der Euro seine Gewinne ein. Am Ende des Monats steht er bei rund 1,30 Dollar.

Ende Mai 2005: Das Nein der Franzosen zur europäischen Verfassung trägt zusätzlich zu Euro-Verkäufen bei.

Juli 2005: Eine in Italien angestoßene Debatte um ein mögliches Auseinanderbrechen der Euro-Gruppe drückt die Gemeinschaftswährung unter 1,21 Dollar.

November 2005: Die US-Notenbank hat den Schlüsselzins inzwischen bis auf vier Prozent erhöht. Der Euro fällt auf sein Jahrestief von 1,1638 Dollar.

Dezember 2005: Die EZB beginnt mit ihrer Zinserhöhungsphase, der Leitzins steigt auf 2,25 Prozent. In den folgenden Tagen steigt der Euro wieder über 1,20 Dollar.

März 2006: Die EZB erhöht den Leitzins erneut um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent, der US-Zins erreicht 4,75 Prozent. Angesichts einer nachlassenden Konjunktur häufen sich aber die Stimmen derer, die ein Ende der US-Zinserhöhungsphase - oder zumindest eine Unterbrechung - erwarten.

22. April 2006: Die Finanzminister und Notenbankchefs der G7 drängen China und andere asiatische Länder, eine Aufwertung der Landeswährungen zuzulassen. Der Euro legt in den nächsten Wochen kontinuierlich zu.

24. November 2006: Der Euro notiert erstmals seit April 2005 wieder über 1,30 Dollar. Händler erklärten den Kursanstieg mit der Erwartung, dass die EZB nach der für Dezember erwarteten Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf dann 3,5 Prozent auch im nächsten Jahr weiter an der Zinsschraube drehen wird.

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