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Donnerstag, 25. Dezember 2008

"Porno-Klage" gegen Koons-Schau: Französischer "Prinz" scheitert

Skulptur "Michael Jackson and Bubbles" im Schloss Versailles.

Skulptur "Michael Jackson and Bubbles" im Schloss Versailles.
(Foto: AP)

Die als "Werbung für einen Porno-Star" kritisierte Jeff-Koons-Ausstellung im Schloss von Versailles muss nicht vorzeitig abgebaut werden. Die französische Justiz lehnte einen entsprechenden Antrag des französischen "Prinzen" Charles-Emmanuel de Bourbon-Parme ab. Die Richter folgten der Argumentation des Nachfahren von Sonnenkönig Ludwig XIV. nicht.

Charles-Emmanuel de Bourbon-Parme hatte die farbenprächtigen Skulpturen des amerikanischen Künstlers als eine "Profanierung (Entwürdigung) seiner Ahnen" bezeichnet. Die geplante Verlängerung der Ausstellung über die Feiertage ins nächste Jahr sei nicht hinnehmbar. "Der Skandal dieser Profanierung war gewollt, um einen ausländischen Pornostar auf Kosten der französischen Kunst zu fördern", erklärte Ihre Königliche Hoheit.

Der als "König des Kitsch" gefeierte Pop-Künstler Jeff Koons hat mit der ehemaligen italienischen Pornodarstellerin und Parlamentsabgeordneten Ilona Staller alias Cicciolina ein Kind. Pornografische Werke sind in Versailles allerdings nicht ausgestellt. Stattdessen kann man im "Salon der Venus" einen lebensgroßen neobarocken Michael Jackson aus Porzellan bewundern. Anderswo stehen oder hängen bunte Kunststofffiguren vom riesigen roten Hummer bis zur Micky Maus inmitten von Blattgold und Brokat.

Der "hervorragendste Ort der Welt" Versailles sei zu rein merkantilen Zwecken ausgewählt worden, hatte der Prinz sich weiter empört. "Die Verlängerung der Ausstellung über Weihnachten zielt auf die Arglosigkeit der besonders verletzlichen und gegen pornographische Schädigungen schutzlosen Kinder."

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