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Freitag, 17. Dezember 2004

Empörte Katholiken: Frosch vom Kreuz

Das Münchner Volkstheater hat ein als blasphemisch kritisiertes Plakat zurückgezogen. Es zeigte einen gekreuzigten Frosch, dem die Zunge heraushängt und der einen gefüllten Bierkrug in der Hand hält.

"Keinesfalls wollten wir mit der Wahl dieses Plakatmotivs die religiösen Gefühle von Menschen verletzen", sagte Intendant Christian Stückl. Mit dem Plakat, das auch auf einem kleinen Werbe-Leporello des Theaters abgebildet ist, wollte die städtische Bühne auf das Stück "Fegefeuer in Ingolstadt" von Marieluise Fleißer (1901-1974) hinweisen, das am 25. Januar im Volkstheater Premiere hat.

Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der bereits eine Sondersitzung des Ältestenrates einberufen hatte, begrüßte die Entscheidung. Das Plakat hätte ohne Frage seines künstlerischen Charakters religiöse Gefühle verletzt. Das Plakatmotiv basiert auf einer Arbeit des 1997 gestorbenen Künstlers Martin Kippenberger. Seine Holzskulptur war im Rahmen der Ausstellung "Grotesk" auch schon im Münchner Haus der Kunst zu sehen.

Es sei nicht die Absicht des Volkstheaters und auch nie Inhalt der bisherigen Plakate gewesen, mit Provokation, Schock oder Blasphemie zu werben, betonte Stückl, der in Salzburg den "Jedermann" inszenierte und in seinem Heimatort Oberammergau die weltberühmten Passionsspiele leitet. "Es stand und steht viel mehr eine künstlerische und inhaltliche Auseinandersetzung im Vordergrund." Der Druck des Plakates sei gestoppt worden. Soweit es möglich ist, soll auch das Faltblatt aus dem Verkehr gezogen werden, sagte Stückl.

Vor allem Münchner Katholiken hatten mit Empörung auf das Plakat reagiert. "Die Darstellung verunglimpft das zentrale Symbol des Christentums", kritisierte der Generalvikar des Erzbistums München-Freising, Domkapitular Robert Simon. Der Chef der CSU-Fraktion im Münchner Rathaus, Hans Podiuk, erklärte: "Eine derartige Blasphemie habe ich schon lange nicht mehr erleben müssen." Die Plakate müssten sofort eingestampft werden, forderte Podiuk. Auch Simon verlangte, dass die Plakate nicht weiter gezeigt werden.

Podiuk nannte es ungeheuerlich, dass ein von der Stadt München finanziertes Theater "dieser Verunglimpfung des Christentums Vorschub leistet". Auch Simon erklärte, die Stadt München, die für das Theater aus Steuermitteln jährlich 4,6 Millionen Euro aufwende, "kann eine solchen Angriff auf einen großen Teil der Bürgerinnen und Bürger der Stadt nicht einfach hinnehmen". Simon und Podiuk warfen auch die Frage auf, ob möglicherweise ein Straftatbestand der Beschimpfung von Religionsgemeinschaften vorliege.

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