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Sonntag, 07. Dezember 2008

Europäische Filmpreise: "Gomorrha" sahnt ab

Fünf Preise für den italienischen Mafia-Film "Gomorrha" und eine "halbe" Auszeichnung nach Deutschland: Regisseur Matteo Garrone wurde bei den Europäischen Filmpreisen in Kopenhagen mit seinem Epos über die Gangster-Herrschaft in Neapel zum alles überragenden Gewinner. Neben dem Hauptpreis für den besten europäischen Film 2008 gab es vier weitere von 15 Auszeichnungen für den halbdokumentarischen Film aus Italien. Einziger deutscher Preisträger: Der in Berlin geborene und in Großbritannien lebende Max Richter wurde bei den 21. Europäischen Filmpreisen für seine Musik zu "Waltz With Bashir" von Ari Folman ausgezeichnet.

Garrone bekam für "Gomorrha", der schon beim Cannes-Festival Jubelstürme ausgelöst hatte und für einen Oscar im nächsten Jahr nominiert ist, auch den Preis als bester Regisseur. Hauptdarsteller Toni Servillo wurde als bester Hauptdarsteller in diesem Film sowie im ebenfalls italienischen "Il Divo" ("Der Star") ausgezeichnet. Marco Onorato konnte für "Gomorrha" ebenso einen Europäischen Filmpreis in Empfang nehmen wie die sechs Drehbuchautoren.

Zu ihnen gehörte auch Robert Saviano, von dem die Buchvorlage mit gleichem Titel stammt. Der Autor durfte aus Sicherheitsgründen nicht an der Kopenhagener Gala im Beisein von Dänemarks Kronprinz Frederik und Prinzessin Mary teilnehmen, weil ihn die Camorra, Neapels Mafia, ständig mit Mord bedroht. Garrone sagte über seinen Regisseur-Preis: "Ich teile ihn mit den Menschen in Neapel, die wie in einer Kriegszone leben müssen."

Publikumspreis für Harry Potter

Als beste Schauspielerin wurde die Britin Kristin Scott Thomas für ihre Hauptrolle in dem französischen Film "So viele Jahre liebe ich Dich" ("Il y a longtemps que je t'aime") ausgezeichnet. Den Publikumspreis bekam "Harry Potter und der Orden des Phönix". Der Film von Regisseur David Yates ist die fünfte Verfilmung der Potter- Romane von Joanne K. Rowling.

Stürmischen Applaus spendeten die 1500 Zuschauer im Kopenhagener Forum der britischen Schauspielerin Judi Dench. Die 73-Jährige, die im neuen James-Bond-Film ("Ein Quantum Trost") wieder Geheimdienstchefin "M" spielt, erhielt einen Ehrenpreis für ihr Lebenswerk. Ebenfalls einen Ehrenpreis bekamen die dänischen Regisseure Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Sren Kragh-Jacobsen und Kristian Levring für ihr "Dogma-Manifest '95" gegen die zunehmende Herrschaft von technischer Manipulation in Spielfilmen.

2007 hatte der Film "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu den Europäischen Filmpreis gewonnen. Ende nächsten Jahres werden die Auszeichnungen der in Berlin ansässigen EFA (Europäische Filmakademie) in Essen vergeben.

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