Donnerstag, 03. Januar 2008
Krisen und Spekulation: Gründe für hohen Ölpreis
Der Ölpreis steigt von Rekord zu Rekord. Am Mittwochabend kostete US-Leichtöl erstmals 100 Dollar je Fass. Hier die wichtigsten Gründe für den Anstieg:
Angebotsverknappung durch die OPEC
Ein Drittel des Erdöls weltweit kommt von Mitgliedern des Ölkartells OPEC. Die Organisation Erdöl exportierender Länder hat damit einen großen Einfluss auf den Ölpreis. Wenn sie ihr Angebot verknappt, steigt der Preis. Eine solche Reduktion hatte die OPEC Ende 2006 beschlossen, um sinkende Preise zu bekämpfen. Zwar einigten sich die Mitglieder der Organisation mehrmals auf eine Anhebung der Fördermenge. Nach Ansicht der Internationalen Energieagentur IEA fallen diese Schritte aber zu gering aus, um zu erneut sinkenden Preisen zu führen. Ein zu hoher Ölpreis ist der OPEC aber auch nicht recht, denn dies könnte die Weltwirtschaft belasten und damit längerfristig den Ölpreis dämpfen.
Spekulation
Seit Jahren boomen Spekulationsgeschäfte am Energiemarkt. Zwar hatten so genannte Hedgefonds zu Jahresbeginn eher zurückhaltend investiert, in den vergangenen Monaten haben die Spekulationen mit Rohstoffen allerdings wieder stark zugenommen und die Preise nach oben getrieben.
Krise in der Golfregion und Nigeria
Der Iran liegt wegen seines umstrittenen Atomprogramms seit langem im Streit mit westlichen Regierungen. Es wird befürchtet, dass diese Konflikte zu Störungen bei Öllieferungen aus dem Land führen. Der Iran ist der viertgrößte Erdölexporteur der Welt. Problematisch sind die Ölexporte auch aus dem Irak: Seit dem Einmarsch von US-Truppen 2003 ist das Liefer-Volumen deutlich gesunken. Grund dafür sind zahlreiche technische Probleme und Sabotage an den Pipelines. Auch die Öl-Förderung in Nigeria - der achtgrößte Ölexporteur - wird immer wieder durch Angriffe von Rebellen gestört.
Hohe Nachfrage aus Asien und den USA
Neben einem knappen Angebot sorgt auch die starke Nachfrage nach Erdöl für steigende Preise. Vor allem China und die USA verbrauchen trotz der hohen Preise Jahr für Jahr mehr Öl.
Mangelnde Raffinerie-Kapazitäten
US-Raffinerien hatten 2007 besonders mit unerwarteten Produktionsausfällen zu kämpfen. Die Kapazitäten sind zudem gering, da über Jahre hinweg zu wenig investiert wurde. Die US-Ölbranche hatte außerdem lange mit den Folgen der Hurrikans 2005 zu kämpfen. Auch 2007 haben vom Atlantik kommende Wirbelstürme die US-Ölanlagen im Golf von Mexiko bedroht und zu Produktionsausfällen geführt.
Schwacher Dollar mildert Preissteigerung
Der auf ein Rekordtief zum Euro gefallene Dollar federt den hohen Ölpreis für die Länder in der Euro-Zone etwas ab. Da der Euro im Vergleich zum Dollar an Wert gewonnen hat, fällt der Ölpreisanstieg - in Euro gerechnet - nicht so deutlich aus wie in Dollar gemessen. Gleichzeitig jedoch trägt der schwache Dollar zum hohen Ölpreis bei, da er die Kaufkraft vieler Länder erhöht, die andere Währungen als den Dollar haben.



