Mittwoch, 07. Januar 2004
Souvenirjäger: Harrisons Familie klagt
Konnte der Mann sich denn gar nicht mehr an seinen Hippokratischen Eid erinnern? "Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen. Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben. " Da schien Dr. Lederman jedoch einen schweren aussetzer gehabt zu haben, denn: Die Erben des Ex-Beatles George Harrison haben den Arzt, der den krebskranken Musiker kurz vor dessen Tod behandelte, wegen Beschaffung von Souvenirs verklagt.
Nach US- Medienberichten wurde eine Forderung von 10 Mio Dollar (7,89 Mio Euro) Schadenersatz beim Bezirksgericht in Brooklyn (US-Staat New York) eingereicht. Der Klageschrift zufolge soll Dr. Gilbert Lederman den schwer kranken Harrison im November 2001 dazu gedrängt haben, Autogramme für seine Töchter zu schreiben und die Gitarre seines Sohnes zu signieren.
Der am 29. November in Los Angeles gestorbene Ex-Beatle lag zuvor mehrere Wochen im Staten Island Universitätskrankenhaus, wo Lederman die Abteilung für Strahlenbehandlungen leitet. "Ich weiß nicht mal, ob ich meinen Namen überhaupt noch richtig buchstabieren kann", soll der erschöpfte Harrison dem Arzt erwidert haben. Lederman habe dem Musiker beim Schreiben helfen müssen, heißt es in der Klageschrift. Der Krebsspezialist soll auch sein Versprechen gebrochen haben, nicht öffentlich über Harrisons Krankheit zu sprechen. In einem Interview mit dem Sender CBS erläuterte der Arzt seine Strahlentherapie.
Harrisons Witwe Olivia soll dem Arzt eine außergerichtliche Beilegung des Streites angeboten haben, hieß es in Medienberichten. Ihrer Forderung, die Gitarre mit dem Schriftzug zurückzugeben, sei der Mediziner aber nicht nachgekommen.



