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Mittwoch, 17. Oktober 2007

Weselsky im GDL-Führerstand: Harte Nuss Nummer zwei

Claus Weselsky ist der neue Vorkämpfer der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Anstelle von GDL-Chef Manfred Schell, der drei Wochen lang in Kur ist, kündigte sein Vize Weselsky am Mittwoch die nächste Streikwelle der Lokführer an. Dabei schlug er ähnlich scharfe Töne an wie der Vorsitzende. Die GDL sei ihren Mitgliedern und nicht den Gewinninteressen von Kapitalanlegern verpflichtet, machte der 48-Jährige klar. Damit will sich der Sachse auch in den eigenen Reihen profilieren: Wenn Schell im Mai 2008 in den Ruhestand geht, will Weselsky ihn beerben.

Der am 18. Februar 1959 in Dresden geborene Weselsky ist - wie Schell - gelernter Lokführer. 1977 schloss er in der DDR eine Lehre als Schienenfahrzeugschlosser und Lokomotivführer ab. Bis 1992 arbeitete er in dem Beruf, zuletzt als Personaldisponent und Lokleiter in der Einsatzstelle Pirna. Nach der Wende trat Weselsky in die GDL ein, die dank eines großen Zustroms von Bahnangestellten aus den neuen Bundesländern zu neuer Stärke kam. Über die Orts- und Bezirksebene arbeitete sich der Gewerkschaftsfunktionär bis in den Vorstand vor.

Von 2002 bis 2006 war er in der GDL-Tarifabteilung maßgeblich am Vorschlag eines Spartentarifvertrages beteiligt, aus dem allerdings nichts wurde. Im Mai 2006 wurde Weselsky stellvertretender Bundesvorsitzender mit Zuständigkeit für Tarif- und Sozialpolitik. Im März 2007 legte die GDL einen neuen Entwurf für einen Fahrpersonaltarifvertrag vor, die ebenfalls seine Handschrift trägt. Der Vater eines erwachsenen Sohnes ist seit 1990 geschieden. In seiner Freizeit beschäftigt er sich gerne mit Fotografie, Reisen und Tauchsport.

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