Freitag, 22. Februar 2008
Porträt: Klaus Volkert
Klaus Volkert gehörte viele Jahre zu den mächtigsten Männern im VW-Konzern. Als Gesamtbetriebsratschef vertrat der 65-Jährige die Stimme der Belegschaft und stand wie kein anderer für das "System VW": In enger Abstimmung mit dem Vorstand sah er sich auf Augenhöhe mit der Unternehmensspitze als "Co-Manager". Sein Gegenüber war Personalvorstand Peter Hartz, mit dem er sich bestens verstand.
Im Sommer 2005 trat Volkert wegen seiner Verstrickung in die VW-Affäre um Korruption und Vergnügungsreisen auf Firmenkosten zurück. Am Freitag wurde er wegen Anstiftung zu Untreue und Betriebsratsbegünstigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.
Der gelernte Schmied kam 1969 als Mechaniker zu VW. Er machte eine klassische Gewerkschaftskarriere: Zunächst Vertrauensmann der IG Metall wurde das SPD-Mitglied 1978 VW-Betriebsrat. Zwölf Jahre später kam er an die Spitze des Gesamtbetriebsrats.
Volkert war an der Entwicklung vieler Beschäftigungs-Modelle beteiligt: Die 1993 eingeführte Vier-Tage-Woche verhinderte die Entlassung von bis zu 30 000 Arbeitern. 2001 war Volkert an dem Projekt "5000 mal 5000" beteiligt, das neue Jobs für Arbeitslose beim Bau des Mini-Vans Touran schaffte.

