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Donnerstag, 14. Februar 2008

Porträt: Klaus Zumwinkel

Dem Höhenflug folgte der tiefe Fall. Klaus Zumwinkel galt als einer der Strahlemänner der deutschen Wirtschaft. Er machte aus dem Staatskonzern Deutsche Post ein weltweit agierendes Logistik-Unternehmen. Dabei galt er nie als extrovertiert. Leise, aber zielstrebig lenkte er ab 1989 den gelben Koloss. Jetzt scheint die steile Karriere ein jähes Ende gefunden zu haben.

Die Wirtschaftsgene lagen Klaus Zumwinkel bereits in der Wiege. Familie Zumwinkel betrieb ein Handelsunternehmen mit mehreren Filialen als Sohn Klaus im Jahr 1943 in Rheinberg auf die Welt kam. Nach dem frühen Tod des Vaters musste er dort mit anpacken. Ab 1969 studierte er in Münster Betriebswirtschaftslehre und machte in Philadelphia seinen MBA-Abschluss. In dieser Zeit fiel er bereits der Unternehmensberatung McKinsey auf. Nach dem Studium in Münster übernahm er die komplette Verantwortung in der heimischen Handelskette, die er 1971 an den Rewe-Konzern verkaufte. Zehn Kaufhäuser und 50 Discounter umfasste die Kette. Seitdem ist Klaus Zumwinkel finanziell unabhängig.

Kurz danach fing der zwischenzeitlich promovierte bei McKinsey an, arbeitete zunächst in Düsseldorf und später in New York. Auch bei der Unternehmensberatung machte er eine steile Karriere. 1979 wurde Zumwinkel Partner und 1984 schaffte er den Sprung in die weltweite Geschäftsführung.

Der nächste Karrieresprung führte an die Spitze des Quelle-Konzerns. Zunächst als Stellvertreter, dann als Vorstand. Er kehrte in dem angeschlagenen Handelskonzern mit eisernem Besen. Restrukturierungsprogramme und massive Kostensenkungen haben Quelle wieder auf Kurs gebracht. Umso überraschender sein Abschied 1989, als er Herbert Bittlinger dort das Feld überließ. Er kam mit seiner internationalen Attitüde und dem technokratischen Auftritt in Fürth nie wirklich an. Die familiären Fallstricke des Quelle-Konzerns taten ihr Übriges.

Lange währte die Auszeit nicht, denn 1989 wurde er Vorstand der "gelben" Post beim damaligen Staatskonzern Post. Für den ehemaligen Unternehmensberater ein ideales Aufgabengebiet. Aus dem angestaubten Monopolisten ein funktionierendes Unternehmen zu bauen, war die ideale Aufgabe für einen wie Zumwinkel. Als er ankam schrieb die Bundespost noch Verluste in der Höhe von fast 400 Millionen Mark. Mittlerweile hat sie einen Börsenwert von 35 Milliarden Euro.

Nach zahlreichen Reformen und Neuausrichtungen brachte Klaus Zumwinkel sein Meisterstück im Jahr 2000 an die Börse. Mit dem eingespielten Geld wagte er sich aufs internationale Parkett. Zukäufe in der ganzen Welt machten aus der Post das Deutsche Post World Net mit mehr als 60 Vertretungen weltweit. Im Gegensatz zu anderen Monopolisten, wie der Telekom, galt die Post stets als erfolgreich. Vor allem auf internationalem Parkett bewies Zumwinkel ein glückliches Händchen. Die Zukäufe fruchteten und zeigten sich teils als hoch profitabel. Die Deutsche Post macht mittlerweile knapp 60 Prozent der 60,5 Milliarden Euro in 2006 im Ausland. Operativ verdiente der Konzern im vergangenen Jahr 3,7 Milliarden Euro.

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