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Mittwoch, 16. Januar 2008

Ticket-Preise und Gewinn: Kriegt die Bahn den Hals nicht voll?

Bahnchef Hartmut Mehdorn spielt nach der Einigung mit der Lockführergewerkschaft GDL die beleidigte Leberwurst. Er will auf die Tarifeinigung mit Stellenabbau und Preiserhöhungen reagieren.

Die Bahn habe für den Abschluss einen hohen Preis gezahlt, sagte Mehdorn. Er beziffert die Mehrkosten durch die Tarifzusagen an alle Gewerkschaften auf über einer Milliarde Euro in den kommenden fünf Jahren. Schaut man sich die Zahlen der Bahn an, müsste selbst die von Mehdorn-Kritikern als völlig überzogene Schätzung des Bahnchefs als schulterbar angesehen werden.

Gewinn verfünfacht

Sowohl Konzernumsatz als auch der Gewinn sind in den vergangen Jahren immer weiter angestiegen (siehe Tabelle). Verdiente die Bahn 2003 knapp eine halbe Milliarde Euro, so betrug der Gewinn drei Jahre später schon mehr als das Fünffache.

Da der Pakt zur Beschäftigungssicherung eigentlich bis Ende 2010 betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, scheinen Preiserhöhungen allerdings die wahrscheinlichere Alternative. Dies empfinden die Kunden als nicht gerechtfertigt, zumal die Bahn schon in den vergangenen Jahren hier deutlich zulangte. Vor der Einführung des Euros blieb der Preis in der Regel für zwei bis vier Jahre stabil. In den vergangenen fünf Jahren wurden die Preise teilweise sogar zwei Mal im Jahr erhöht. Dabei handelte es sich keinesfalls lediglich um einen Inflationsausgleich, wie unsere Tabelle belegt.

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