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Freitag, 26. September 2008

26. September 2008: Krisenticker

26.09.2008

+++Republikaner machen Gegenvorschlag+++

Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus haben ihre Gegenvorschläge zum Banken-Rettungsplan von Finanzminister Henry Paulson präsentiert. Demnach wollen die republikanischen Abgeordneten die Last bei der Bewältigung der Krise nicht den Steuerzahlern auferlegen, sondern der Wall Street.

+++Fortis-Chef tritt zurück+++

Der Chef der belgisch-niederländischen Fortis-Finanzgruppe, Herman Verwilst, tritt nach einem Kurssturz der Bank von seinem Amt zurück. Neuer Vorstandsvorsitzender von Fortis solle Filip Dierckx werden, meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Gerüchte über Liquiditätsprobleme hatten zum Absturz der Aktie geführt. Verwilst hatte diese Gerüchte dementiert.


+++ Rechnungshof prüft KfW-Panne +++

Der Bundesrechungshof nimmt nach Angaben aus dem Bundestag die Pannen-Überweisung der Staatsbank KfW an die insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers unter die Lupe. Im Haushaltsausschuss hieß es, die Kontrolleure hätten bereits mit der Prüfung des Vorgangs begonnen. Die KfW hatte am 15. September ein Termingeschäft mit Lehman abgewickelt, obwohl der Zusammenbruch der Bank bereits feststand. Der Schaden beläuft sich auf 350 Millionen Euro. Den Angaben aus dem Bundestag zufolge wird der Rechnungshof außerdem die Schritte zur Rettung der Mittelstandsbank IKB untersuchen. Dies hätten die Rechnungsprüfer dem Haushaltsausschuss zugesichert.

+++ JP Morgan besorgt Geld +++

Die US-Bank JP Morgan Chase hat sich durch eine Kapitalerhöhung zehn Milliarden Dollar frisches Kapital beschafft. Mit der Kapitalerhöhung, die 25 Prozent höher ausfiel als ursprünglich geplant, will das US-Institut die Übernahme von Teilen der US-Sparkasse Washington Mutual stemmen. Die Bank habe 246,9 Mio. Aktien zum Preis von 40,50 Dollar ausgeben, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

+++ Morgan Stanley spricht mit MUFG +++

Die Gespräche über eine Beteiligung der japanischen Bank Mitsubishi UFJ (MUFG) an ihrer amerikanischen Konkurrentin Morgan Stanley sind nach Angaben des US-Instituts auf einem guten Weg. Die Verhandlungen würden wie geplant voranschreiten, sagte Morgan-Stanley-Chef John Mack. Man sehe gute Möglichkeiten, mit MUFG weltweit zusammenzuarbeiten. Die Japaner hatten Anfang der Woche angekündigt, sich im Rahmen einer strategischen Allianz mit zehn bis 20 Prozent der Stammaktien an der US-Bank beteiligen zu wollen. Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten und des Aktienkursverfalls benötigt Morgan Stanley dringend Kapital.

+++Bush: Rettungspaket für Finanzbranche wird verabschiedet+++

Der US-Kongress wird nach den Worten von Präsident George W. Bush unter allen Umständen ein Rettungspaket für die Finanzbranche auf die Beine stellen. "Wir werden ein Paket verabschieden", sagte Bush. Es gebe zwar noch Meinungsverschiedenheiten über Teile des Vorschlags. Einig seien sich die Abgeordneten im Kongress aber, dass etwas getan werden müsse.

+++ EZB lehnt Zinssenkung offenbar ab +++

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht in gemeinsamen Zinssenkungen mehrerer Notenbanken keine adäquate Antwort auf die Finanzkrise. Die Nachrichtenagentur "Reuters" zitiert ein hochrangiges Mitglied einer nationalen Notenbank der Euro-Zone mit den Worten: "Nein, nein, nein. Jedenfalls nicht im Moment." Wegen der sich abzeichnenden Wirtschaftsabschwächung sei eine Zinssenkung der EZB im Alleingang in der näheren Zukunft jedoch nicht völlig unwahrscheinlich. "Ich könnte mir vorstellen, wenn der Abwärtstrend weitergeht über die nächsten zwei bis drei Wochen, dann könnte schneller als sich die Leute heute denken über eine Zinssenkung nachgedacht werden", sagte der nicht näher genannte Notenbanker. Die EZB entscheidet kommende Woche über den Leitzins für die Euro-Zone.

+++ Belgien beruhigt Fortis-Kunden +++

Die belgische Regierung hat Kunden der angeschlagenen Fortis-Bank im Notfall Hilfe zugesagt. "In Belgien wird kein Kunde in Schwierigkeiten gelassen", sagte Finanzminister Didier Reynders. Die niederländisch-belgische Bank bestätigte unterdessen Medienberichte, wonach das Institut wegen der aktuellen Finanzkrise Vermögenswerte im Wert von fünf bis zehn Milliarden Euro veräußern muss. Der Aktienkurs ist deshalb seit Tagen auf Talfahrt. Der Fortis-Vorstand versuchte Kunden zu beruhigen. Es gebe "nicht das geringste Risiko" einer Pleite, hieß es bei einer Pressekonferenz in Den Haag.

+++ Eklat um US-Rettungspaket belastet Dollar +++

Der Streit um das Rettungspaket für die schwer angeschlagene US-Finanzbranche hat für Verunsicherung an den internationalen Devisenmärkten gesorgt. Der Euro verteuerte sich am Freitag zeitweise um einen halben US-Cent. Am Nachmittag kostete er 1,4629 Dollar nach 1,4621 Dollar zum New Yorker Handelsschluss vom Vortag.

+++ US-Wirtschaft wächst schwächer als erwartet +++

Die US-Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal erholt, ist aber etwas schwächer gewachsen als zuletzt angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,8 Prozent nach 0,9 Prozent im Vorquartal, wie das US-Wirtschaftsministerium am Freitag nach endgültigen Berechnungen mitteilte. Ende August hatte die zweite Schätzung noch bei 3,3 Prozent gelegen, diesen Wert hatten nun auch Analysten im Schnitt erwartet.

+++Wachovia vorbörslich 16 Prozent Minus+++

Die Aktien des US-Regionalinstitut Wachovia verlieren in New York vorbörslich 16 Prozent. Auch andere Finanztitel geraten vor dem Börsenauftakt in Amerika unter Druck. Grund ist die Unsicherheit über das Inkrafttreten des Rettungspaket der US-Regierung für die Finanzbranche. Die Verabschiedung scheiterte bisher am Widerstand konservativer US-Demokraten.

+++ Demokraten machen Druck +++

Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat sich zuversichtlich gezeigt, dass das Rettungspaket für die US-Finanzbranche am Freitag verabschiedet wird. "Das muss passieren", sagte die Politikerin der US-Demokraten am Freitag dem TV-Sender "ABC". Sie forderte, die Republikaner müssten sich nun mit der Regierung einigen.

+++ Bundesbank-Chef fordert Regulierung +++

Bundesbank-Präsident Axel Weber hat sich erneut für eine effektive Regulierung der Finanzmärkte als Lehre aus der aktuellen Krise ausgesprochen. Dass dies dringend notwendig sei, hätten die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrienationen (G7) in der Vergangenheit immer wieder klar gemacht, sagte Weber. "Wir stehen voll hinter den Empfehlungen des Finanzstabilitätsforums, die zu einer besseren Widerstandfähigkeit des internationalen Finanzsystems führen sollen", so Weber weiter.


+++ US-Kongress berät Rettungspakt +++

Nach dem Scheitern des Krisengesprächs bei US-Präsident George W. Bush über ein Rettungspaket für die bedrängte Finanzbranche wollen Republikaner und Demokraten im Kongress an diesem Freitag zu neuen Gesprächen zusammenkommen. Am Donnerstag hatten republikanische Abgeordnete gegen einen in Kongressausschüssen ausgearbeiteten Kompromissplan rebelliert und damit die Beratungen im Weißen Haus blockiert.

+++ Fortis kämpft gegen Gerüchte +++

Angesichts massiver Kursverluste ist der belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis Marktgerüchten über einen Liquiditätsengpass entgegengetreten. Die Finanzausstattung sei solide und liege über den Anforderungen der Aufsichtsbehörden, sagte Konzernchef Herman Verwilst am Freitag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Die jüngsten Kursverluste spiegelten vielmehr die Nervosität am Markt wider. Die Bank erwäge allerdings falls nötig, mehr Teile außerhalb des Kerngeschäfts zu verkaufen als bislang geplant.

+++ Druckbranche in der Finanzkrise +++

Die Finanzkrise und die schwache Konjunktur nehmen die Druckmaschinenbranche immer stärker in die Zange. Zahlreiche Kunden hätten ihre zur Messe drupa im Mai erteilten Aufträge für Bogendruckmaschinen storniert oder verschoben, berichtete die Würzburger Koenig & Bauer (KBA).

+++ Tagesgeld deutlich billiger +++

Die Zinsen für Tagesgeld sind zum Wochenende deutlich zurückgegangen. Disponenten zufolge lagen die Sätze am Freitag zwischen 3,75 und 4,00 Prozent, nach einer Spanne von 4,30 bis 4,40 Prozent am Donnerstag. "Der Grund hierfür ist die reichlich vorhandene Liquidität", sagte ein Händler. Offenbar habe sich die EZB dafür entschieden, angesichts der umfangreichen Dollar-Spritzen die überschüssigen Euro vorerst nicht aus dem Markt abzuziehen. "Das wäre am Markt nicht gut angekommen." Der Eonia lag per Donnerstag bei 4,285 (Mittwoch 4,257) Prozent.

+++ TPG "extrem enttäuscht" +++

Der Zusammenbruch und Notverkauf der US-Privatkundenbank Washington Mutual kommt die Beteiligungsfirma TPG teuer zu stehen. Der vor fünf Monaten von dem Finanzinvestor für 1,35 Milliarden Dollar erworbene Anteil an der größten US-Sparkasse ist nun praktisch wertlos. "Wir sind extrem enttäuscht über diesen Verlust", erklärte ein TPG-Sprecher am Donnerstagabend. Allerdings sei die Private-Equity-Firma breit aufgestellt, und die Beteiligung mache nur einen geringen Anteil an der gesamten Anlagesumme aus.

+++ Zuversicht in Berlin +++

Die Bundesregierung zweifelt ungeachtet der stockenden Debatte in den USA über das geplante Rettungspaket für Banken nicht an dessen Umsetzung. "Wir haben keinen Zweifel, dass die Amerikaner auch weiterhin diesen festen Plan haben, und dass die Regierung ihre Maßnahmen in Absprache mit allen übrigen Beteiligten innenpolitisch umsetzen wird", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums (BMF). "Ich gehe davon aus, dass sich in den USA jeder über den Ernst der Lage im Klaren ist, und dass man vor dem Hintergrund in den weiteren Gesprächen zu einer Lösung kommen wird", betonte BMF-Sprecher Stefan Olbermann bei einer Pressekonferenz.

+++ Lebhafte Dollar-Nachfrage +++

Die Nachfrage nach Dollar bei den Banken in der Euro-Zone bleibt hoch. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte, wollten sich 52 Banken bei einem einwöchigen Dollar-Tender insgesamt 82,495 Mrd. US-Dollar zusätzliche Liquidität sichern. Zugeteilt wurden wie geplant jedoch lediglich 35 Mrd. Dollar. Die Zuteilung erfolgte nach Angaben der EZB ab einem Zinssatz von 4,5 Prozent. Die EZB und andere Zentralbanken hatten am Morgen weitere Geldspritzen angekündigt, um über das Quartalsende Druck aus den Geldmärkten zu nehmen.

+++ Sarkozy warnt vor den Folgen der Finanzkrise +++

Paris kippt EU-Ziel eines ausgeglichenen Haushalts im Jahr 2012. Das Defizit der öffentlichen Haushalte werde dann noch bei 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen, heißt es im Haushaltsentwurf 2009, der am Freitag dem Kabinett in Paris vorgelegt wurde. Darin geht die französische Regierung wegen der schwer absehbaren Folgen der internationalen Finanzkrise für 2009 "vorsichtshalber" nur noch von einem Prozent Wachstum aus. Am Donnerstagabend hatte Präsident Nicolas Sarkozy eindringlich vor den Auswirkungen der Krise gewarnt und erstmals das Wort "Rezession" benutzt.

+++ Geldmärkte unter Druck +++

Die Europäische Zentralbank (EZB), die US-Notenbank Fed und mehrere andere wichtige Zentralbanken wollen den Märkten angesichts der Finanzkrise noch mehr Geld zur Verfügung stellen. Die Institute wollten auf Grundlage ihrer wechselseitigen Währungsabkommen für mehr Liquidität sorgen, "um dem Druck an den weltweiten Geldmärkten entgegenzuwirken", erklärte die EZB. Die Linie für kurzzeitige Kredite an Banken solle damit auf insgesamt 290 Mrd. Dollar (knapp 198 Mrd. Euro) angehoben werden.

+++ Merkel: USA in der Pflicht +++

Die Bundesregierung sieht bei der Lösung der Finanzkrise vor allem die US-Regierung in der Pflicht. Die wirtschaftlichen Auswirkungen seien dort am gravierendsten, sagte Kanzlerin Angela Merkel der "Passauer Neuen Presse": "Dort liegt deshalb auch die Hauptverantwortung für die Bewältigung der Krise." Aus der Krise müssten die richtigen Lehren gezogen werden: "Wir brauchen internationale Regeln für mehr Transparenz auf den Finanzmärkten und eine bessere Regulierung." Eine Stützung der Banken durch die Bereitstellung von Liquidität reiche alleine nicht aus.

+++ Finanzkrise trifft deutschen Arbeitsmarkt +++

Die Finanzkrise könnte nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern im nächsten Jahr erstmals seit vier Jahren wieder zu wachsender Arbeitslosigkeit führen. Wann genau mit einer solchen Trendwende zu rechnen ist, sei allerdings unklar, sagte der Konjunkturexperte des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Eugen Spitznagel.

+++ Immobilienpleiten in Japan +++

Die Serie an Firmenzusammenbrüchen im japanischen Immobiliensektor geht weiter. Am Freitag beantragte die Tokioter Wohnungsentwicklungsgesellschaft C's Create bei Gericht Gläubigerschutz, wie das Unternehmen bekanntgab. Die Verbindlichkeiten wurden mit 11,4 Mrd. Yen (73 Mio. Euro) angegeben. Die Firma ist das jüngste Opfer in einer Reihe von Zusammenbrüchen kleinerer Immobiliengesellschaften. Zwar ist die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt von der Hypothekenkrise in den USA relativ verschont geblieben. Dennoch halten sich Japans Banken mit Krediten an die eigenen Immobilienfirmen stark zurück.

+++ Fortis kündigt Informationen an +++

Der belgisch-niederländische Finanzdienstleister Fortis will noch am Freitag Investoren und Medien über die eigene Finanzsituation informieren. Damit werde auf die anhaltenden Spekulationen über die Finanzausstattung des Konzerns reagiert, teilte das Unternehmen mit. Zahlreiche Mitglieder des Board würden auf den anberaumten Konferenzen anwesend sein, die um 11.30 Uhr und um 14 Uhr stattfinden. Es sei keine wichtige oder große Nachricht zu erwarten.

+++ Krisentreffen in Belgien +++

Belgiens Finanzministerium steht nach den Gerüchten über Probleme bei dem Finanzkonzern Fortis in Kontakt mit der Zentralbank und der Bankenaufsicht. Dies sagte eine Sprecherin von Finanzminister Didier Reynders, ohne Details dazu zu nennen. Sie erklärte lediglich, es könne sein, dass im weiteren Tagesverlauf eine Erklärung veröffentlicht werde.

+++ HSBC streicht Stellen +++

Europas größte Bank, die HSBC mit Sitz in Großbritannien, will angesichts der Finanzmarktkrise 1100 Stellen abbauen. Betroffen seien Mitarbeiter aus den Sparten Banken und Märkte, teilte der Konzern mit. Die 1100 Stellen bedeuteten den Wegfall von rund vier Prozent der Arbeitsplätze in diesem Bereich. Insgesamt hat HSBC weltweit 335.000 Mitarbeiter. "Wir gehen diesen Schritt angesichts der Marktbedingungen und des wirtschaftlichen Umfelds sowie unseres vorsichtigen Ausblicks für das Geschäftsjahr 2009", sagte der HSBC-Sprecher Gareth Hewett. Etwa die Hälfte der 1100 Stellen sollen in Großbritannien wegfallen.

+++ Gerüchte um Fortis +++

Der belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis erwägt einem Medienbericht zufolge erstmals auch den Verkauf Teilen des Kerngeschäfts, um seine Kapitalbasis zu stärken. "Tafelsilber könnte für einen angemessen Preis verkauft werden", berichtete die belgische Wirtschaftszeitung "De Tijd" unter Berufung auf eine "gut positionierte" Person. Am Donnerstag hatte Fortis Marktspekulationen über Liquiditätsengpässe zurückgewiesen. Zuvor waren die Fortis-Aktien um über 20 Prozent auf den tiefsten Stand seit 14 Jahren eingebrochen.

+++ Sparkassenverband: Keine Verbindung mit Washington Mutual +++

Die deutschen Sparkassen haben jegliche Verbindung mit der zusammengebrochenen US-Bank Washington Mutual zurückgewiesen. Bei dem Institut handele es sich "nicht um eine Sparkasse im deutschen Sinne", teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mit. Weder entspreche das Geschäftsmodell des Instituts dem der hiesigen Sparkassen, noch sei die Bank mit ihnen verbunden. "Die deutschen Sparkassen sind nach wie vor ein Hort der Stabilität - auch in dieser Finanzkrise. Kein Anleger muss sich Sorgen um Einlagen bei seiner Sparkasse machen. Diese sind sicher", betonte DSGV-Präsident Heinrich Haasis.

+++ China gestattet Leerverkäufe +++

Der chinesische Staatsrat hat offenbar einen Plan der Wertpapieraufsicht zur Einführung von Leerverkäufen gebilligt. Auch der Erwerb von Wertpapieren auf Kredit werde nun in China zulässig, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Verweis auf eine nicht genannte Quelle. Die Wertpapieraufsicht hatte den Plan diesen Monat dem Kabinett vorgelegt, berichtet die Nachrichtenagentur.

+++ Stiglitz kritisiert Rettungsplan +++

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz hat das Rettungspaket der US-Regierung für die Finanzwirtschaft scharf kritisiert. "Die Methode Paulson ist: Verkauft uns euer Fallobst, das in der Privatwirtschaft niemand haben will, und wir zahlen euch auch noch einen zu hohen Preis dafür," sagte Stiglitz der "Berliner Zeitung" zu den Plänen von US-Finanzminister Henry Paulson. Stiglitz schlägt vor, einen anderen Weg zu gehen: Der Staat solle helfen, durch Finanzhilfen die Eigenkapitaldecke der Banken zu stützen - und dadurch zum Anteilseigner der Banken werden. "Das wäre effizienter und würde vielleicht auch noch weniger kosten", sagte Stiglitz.

+++ Druck am Geldmarkt +++

Mehrere Notenbanken wollen ihre Liquiditätsspritzen für den Geldmarkt ausweiten. Die Europäische Zentralbank (EZB), die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Bank of England arbeiteten zusammen, um gegen den gestiegenen Druck an den US-Dollar-Geldmärkten vorzugehen, teilten die Banken mit. Ziel sei es, Liquidität in Dollar mit einer Laufzeit von einer Woche zur Verfügung zu stellen. Damit sollten Verspannungen über das Quartalsende hinaus angegangen werden. Die EZB kündigte ein Volumen von 35 Mrd. Dollar an. Zuletzt hatten die Banken bereits über sogenannte eintägige Schnelltender Dollar in Milliardenhöhe in den Geldmarkt gepumpt. Dieses Geschäft soll aber im Volumen reduziert werden.

+++ Nomura: Europa-Einstieg für zwei Dollar +++

Der japanische Finanzriese Nomura übernimmt die Aktivitäten der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers in Europa und im Nahen Osten laut Zeitungsbericht für den symbolischen Preis von zwei Dollar. Der Konzern übernehme dabei allerdings lediglich die Mitarbeiter und nicht die Aktien, Anleihen und anderen Anlagen der Pleitebank, berichtete die Zeitung "Nikkei" am Freitag. Für die Aktivitäten in Asien hingegen zahle Nomura 225 Mio. Dollar (153 Mio. Euro), da dort neben den Beschäftigten auch die Handelssysteme und andere Ausstattung übernommen werde, schrieb die Zeitung.

+++ Eklat im Weißen Haus +++

Die Verhandlungen über das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket für die bedrängte Finanzbranche der USA sind ins Stocken geraten. Auch das Krisengespräch im Weißen Haus, an dem die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain sowie führende Kongressmitglieder teilnahmen, brachte keinen Durchbruch. Grund dafür sind hauptsächlich tiefe Gegensätze im republikanischen Lager. Das von der Regierung angestrebte Programm sieht im Kern vor, dass die Regierung Finanzinstituten faule Kredite abkauft, um damit den eingefrorenen Kreditfluss wiederherzustellen.

+++ Größte Bankenpleite in der US-Geschichte +++

Die US-Sparkasse Washington Mutual ist von den US-Aufsichtsbehörden geschlossen worden. Dies bedeutet den größten Zusammenbruch einer Bank in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Teile des Instituts wurden für 1,9 Milliarden Dollar an die US-Bank JPMorgan Chase verkauft. Der Kundenbetrieb soll jedoch wie gewohnt weitergehen.

+++ Coba-Chef warnt +++

Commerzbank-Chef Blessing hat vor einer Pauschalverurteilung von Bankern wegen der Finanzkrise gewarnt. "Dass es in dieser Phase Kritik an Banken gibt, kann niemanden verwundern", sagte Blessing. Er räumte allerdings ein, dass im Zuge der Finanzkrise Fehler gemacht worden seien - "nicht nur, aber auch" von Bankern.

+++Sparkassen kommen glimpflich davon+++

Den knapp deutschen 450 Sparkassen drohen aus dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers Belastungen von weniger als 300 Millionen Euro. Diese Risiken im Zusammenhang mit Anlagen in Lehman-Papiere seien moderat und brächten keine einzelne Sparkasse in Probleme, sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).

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26. September 2008: Krisenticker

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