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Mittwoch, 24. März 2004

Ehre für Zaha Hadid: "Nobelpreis" der Architektur

Glückwunsch! Es wurde auch langsam Zeit: Die aus dem Irak stammende britische Architektin Zaha Hadid wird als erste Frau mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet. Die 53-Jährige bekommt den Preis am 31. Mai in St. Petersburg verliehen, teilte die Hyatt-Stiftung mit.

Die Stiftung vergibt die mit 100.000 Dollar (rund 81.000 Euro) dotierte Auszeichnung jährlich. Sie gilt als der "Nobelpreis der Architektur". Die Architekturkritikerin und Jurorin Ada Louise Huxtable sagte, die Arbeiten Hadids seien geprägt von einer originellen und starken persönlichen Vision. Sie habe den Blick der Menschen auf den Raum verändert.

Typisch für Hadid, die es lange als Avantgardistin schwer hatte, sind kühne, originelle Bauweisen mit Beton, etwa Betonbändern, und reduzierte Formen. Unter Hadids Arbeiten hob die Jury unter anderem das "Lois and Richard Rosenthal Center for Contemporary Art" in Cincinnati und die Skisprungschanze Bergisel bei Innsbruck hervor. Außerdem wurden eine Feuerwache in Weil am Rhein und ihr Projekt bei der dortigen Landesgartenschau 1999 gewürdigt.

Die 1950 in Bagdad geborene Hadid entwarf auch das neue, im Bau befindliche BMW-Werk in Leipzig. Zu ihren Projekten zählen außerdem ein Wissenschaftszentrum in Wolfsburg, das Nationale Zentrum für Zeitgenössische Kunst "MAXXI" in Rom, ein Guggenheim Museum in Taiwan und das Opernhaus in Guangzhou in China.

Der Pritzker-Preis wird seit 1979 verliehen. Er wurde von dem Chicagoer Unternehmer Jay A. Pritzker und dessen Ehefrau Cindy gestiftet. Die Familie besitzt unter anderem die internationale Hyatt-Hotelkette. Zu den bisherigen Pritzker-Preisträgern gehören Frank Gehry, Renzo Piano und Rem Koolhaas. Im vergangenen Jahr war die Wahl auf den dänischen Architekt Jrn Utzon gefallen, der mit dem Opernhaus in Sydney eines der markantesten Gebäude der Welt schuf.

Quelle: n-tv.de