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Mittwoch, 06. Oktober 2004

Hoffnung auf neue Medikamente: Nobelpreis für Proteinforschung

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an die Israelis Aaron Ciechanover und Avram Hershko sowie den US-Amerikaner Irwin Rose. Sie erhalten die Auszeichnung für Erkenntnisse zum gezielten Abbau nicht mehr benötigter Eiweiße im Körper. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit. Wenn der Abbau dieser Proteine nicht korrekt funktioniert, können beispielsweise Krebs oder die Lungenkrankheit Mukoviszidose (Zystische Fibrose) entstehen. Die Arbeiten könnten daher zu neuen Medikamenten führen.

Die Forscher hatten einen der wichtigsten Prozesse zum Abbau von Proteinen entdeckt. Entscheidend dafür ist die Markierungssubstanz Ubiquitin. Sie wird gezielt an jene Proteine angehängt, die vernichtet werden sollen.

Ciechanover bezeichnete die Zuerkennung des Chemie-Nobelpreises an ihn und seinen Landsmann Hershko als "gewaltige Anerkennung für Israel" bezeichnet. In einem für Journalisten zugänglichen Telefonat mit der schwedischen Wissenschaftsakademie sagte Ciechanover in Haifa: "Dies ist der erste wissenschaftliche Nobelpreis für unser Land überhaupt. Israel ist ein Land mit sehr großen Problemen. Der Preis ist eine gewaltige Anerkennung."

Er habe sein Leben lang in seinem Heimatland gelebt und gearbeitet und diesem auch alle wissenschaftlichen Errungenschaften zu verdanken. "Ich bin stolz, ein Israeli zu sein" sagte Ciechanover weiter. Zu seiner ganz persönlichen Reaktion auf die Mitteilung aus Stockholm berichtete er: "Ich bin noch total außer mir. Gut, dass die Akademie mich vorher angerufen hat. So konnte ich mich wenigstens ein bisschen beruhigen."

Quelle: n-tv.de