Donnerstag, 10. Februar 2005
Seit Jahren vorangetrieben: Nordkoreas Atomprogramm
Das kommunistische Nordkorea arbeitet seit vielen Jahren an einem Atomwaffenprogramm. Im Streit mit den USA setzt das Regime auf die abschreckende Wirkung von Atomwaffen und verlangt für einen Verzicht Sicherheitsgarantien sowie Wirtschaftshilfen.
Ohne Inspektionen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien ist schwer zu ermitteln, wie weit die Atomrüstung tatsächlich gediehen ist.
Westliche Experten vermuten, dass Pjöngjang genug waffenfähiges Plutonium zur Herstellung mehrerer Bomben hat. Der US-Geheimdienst CIA vermutete 1993 sogar, Korea habe bereits eine Atombombe fertig gestellt. Mittlerweile betreibt Nordkorea auch ein Programm auf der Basis von angereichertem Uran. Über weit reichende Raketen zum Transport von Nuklearwaffen verfügt das völlig verarmte Land schon seit langem.
Das allgemeine koreanische Nuklearprogramm reicht in seinen Anfängen in die sechziger Jahre zurück. Damals ließ die Regierung mit sowjetischer Hilfe bei Yongbyon ein Atomforschungszentrum errichten. Die Russen lieferten den Reaktor. Das Programm zur Entwicklung von Waffen datiert aus den achtziger Jahren und begann mit dem Bau eines leistungsstärkeren Reaktors und von Wiederaufarbeitungsanlagen in Yongbyon und Taechon. Kürzlich wurde bekannt, dass Pakistan zwischen 1989 und 2000 geheimes Know-how geliefert hat.
Nur unter internationalem Druck unterzeichneten die Nordkoreaner 1985 den Atomwaffensperrvertrag, 1992 dann auch eine Zusatzvereinbarung, die einstweilen Inspektionen gestattete. Zwei Jahre später verpflichtete sich Nordkorea in einem Vertrag mit den USA zum Stopp des Waffenprogramms gegen Öllieferungen.
Der Streit eskalierte 2002. US-Präsident George W. Bush zählte Nordkorea im Januar zu einer "Achse des Bösen". Bereits im Oktober 2003 gab das Land zu, es arbeite entgegen der Vereinbarung von 1994 seit Jahren heimlich an der Bombenentwicklung. Die IAEO-Kontrolleure mussten ihre Beobachtungskameras in Yongbyon abbauen. 2003 kündigte Nordkorea als erstes Land den Sperrvertrag. Im August desselben Jahres begannen die Sechser-Gespräche zwischen Nord- und Südkorea, den USA, China, Japan und Russland zur Lösung des Konflikts.

