Freitag, 17. Dezember 2004
Gläubigerliste wird länger: Parmalat verklagt 45 Banken
Der Insolvenzverwalter des zusammengebrochenen Parmalat-Konzerns, Enrico Bondi, hat 45 Banken auf Schadenersatz verklagt. Dabei geht es um 35 italienische und zehn internationale Geldinstitute, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am Freitag.
Konkrete Namen oder Beträge wurden nicht genannt. Es hieß lediglich, weitere rechtliche Schritte seien in Vorbereitung. Ein Gericht in Parma habe die Gläubigerliste von Parmalat vervollständigt.
Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile offiziell gegen vier Banken: Citibank, Deutsche Bank, Morgan Stanley und UBS. Von der Deutschen Bank fordert Parmalat 17 Mio. Euro. Die Ermittler wollen prüfen, ob die Geldinstitute für den Zusammenbruch von Parmalat mitverantwortlich sind.
Der Milch-Riese war Ende des vergangenen Jahres für insolvent erklärt worden, nachdem ein Finanzloch in Milliardenhöhe bekannt geworden war. Die Verschuldung wird auf über 14 Mrd. Euro geschätzt. Rund 32 Banker und Manager, darunter Konzern-Gründer Calisto Tanzi, sollen in die Mega-Pleite verwickelt sein.
Sollten sie vom Gericht für schuldig befunden werden, drohen ihnen Haftstrafen von bis zu 15 Jahren.

