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Donnerstag, 22. Februar 2007

Mini-Währungen: Regiogelder ergänzen Euro

In Deutschland haben sich seit der Einführung des Euro im Januar 1999 insgesamt 21 regionale Währungen etabliert, 32 weitere sind derzeit in Planung. Die meisten dieser "Regiogelder" verstehen sich nicht als direkte Konkurrenz, sondern als Ergänzung zur offiziellen europäischen Gemeinschaftswährung.

Wichtigstes Ziel ist die Belebung lokaler Wirtschaftskreisläufe: Wenn mehr Kunden und Unternehmen einen Teil ihrer Geschäfte in einer räumlich begrenzten Geldsorte abwickeln, könnte dies den Handel mit heimischen Produkten und die Finanzierung örtlicher Investitionen anregen.

Dieses Kalkül der Initiatoren ergibt sich aus zwei besonderen Eigenschaften der Regionalwährungen. Zum einen ist die Teilnahme für Verbraucher wie Anbieter - darunter Landwirte, Einzelhändler und Handwerker - stets freiwillig. So soll die Identität kleinerer Standorte bewusst gefördert und mehr lokale Kaufkraft gebunden werden.

Andererseits gibt es beim "Regiogeld" keine Zinserträge auf fest angelegte Summen; nicht benutzte Noten verlieren mit der Zeit sogar an Wert. Damit erscheint es weniger attraktiv, Geld zu horten oder Kapital aus der Region abzuziehen, um höhere Renditen etwa im Ausland zu erzielen. Die Kritik an der Globalisierung ist für viele Anhänger regionaler Zahlungssysteme deshalb ein zusätzliches Motiv.

Allerdings sollen die so genannten Komplementärwährungen in erster Linie für den Kauf von täglichen Bedarfsgütern eingesetzt werden, der Euro bleibt für alles Übrige. Die nach genossenschaftlichem Vorbild organisierten "Regiogeld"-Vereine geben ihre Euro-gedeckten Gutscheine zudem nur an registrierte Mitglieder aus. Sie wollen damit aus einer rechtlichen Grauzone treten, denn eigentlich verfügt die Europäische Zentralbank über das Monopol zur Ausgabe von Banknoten.

Bundesweit sind die Bürger in Baden-Württemberg mit zurzeit zehn regionalen Geldsystemen Spitzenreiter beim Experimentieren mit den Mini-Währungen. Im Norden gehörte Bremen mit seinem "Roland" zu den Vorreitern, während der "Chiemgauer" im oberbayerischen Prien seit 2.003 Noten im Gegenwert von 37.000 Euro in den Umlauf gebracht hat. Derweil haben der Magdeburger "UrstromTaler" und die Potsdamer "Havelblüte" in Ostdeutschland für Schlagzeilen gesorgt.

Doch das Konzept der "Regiogelder" ist beileibe keine deutsche Erfindung: Weltweit kursieren Regionalwährungen in Argentinien, Kanada, Italien, Österreich und der Schweiz sowie in zahlreichen Ländern Afrikas.

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