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Samstag, 05. Oktober 2002

Postenpoker geht weiter: Ricke neuer Telekom-Chef?

Der bisherige Chef von T-Mobile International, Kai-Uwe Ricke, soll nun offenbar doch den Telekom-Chefposten übernehmen. n-tv liegen Informationen der Telekom-Spitze vor, dass man sich auf Ricke als Favoriten für das Amt des Vorstandsvorsitzenden verständigt habe.

Die "Financial Times Deutschland" hatte in ihrer Freitagsausgabe berichtet, der Wettbewerb um den Vorstandsvorsitz verenge sich derzeit auf die beiden Kandidaten Ricke und Post-Chef Klaus Zumwinkel. Letzterer wäre, obwohl er laut FTD die Unterstützung von Finanzminister Hans Eichel (SPD) hat, den neuen Informationen zufolge aus dem Rennen.

Zwei Minus-Punkte: Alter und Voice-Steam

Gegen Rickes Berufung gibt es aber auch Bedenken. Mit 41 Jahren gilt er als zu jung für den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Telekom. Auch wird ihm das Voice-Stream-Debakel persönlich angelastet. Zudem soll er eine Entdeckung Ron Sommers sein, der erst im Juli seinen Chefsessel bei der Telekom räumen musste.

Andererseits hat Ricke lange persönliche Bindungen an die Firma, Rickes Vater, Helmut Ricke, war der erste Telekom-Chef. Neben seiner Chefposition bei T-Mobile International ist Kai-Uwe Ricke auch Mitglied im Konzernvorstand der Telekom.

Klaus Zumwinkel hat bisher immer abgewunken und argumentiert, er habe bei der Post noch eine Aufgabe. Zu den neuesten Spekulationen hat er sich selbst noch nicht geäußert. Er ist zur Zeit im Auslandsurlaub und nicht erreichbar.

Beim gelben Riesen macht man sich dagegen offenbar schon Gedanken über eine Nachfolgeregelung. Zumwinkel habe bei der Post alles erreicht, den Konzern saniert und sei nun offen für neues, erklärte ein Post-Manager der "Bild am Sonntag". Da man davon ausgehe, dass Herr Zumwinkel den Posten übernimmt, hätten bereits Spekulationen über einen Nachfolger begonnen. Als Favoriten gelten die Vorstände Edgar Ernst (Finanzen), Peter Kruse (Logistik) und Uwe Rolf Dörken (internationales Geschäft). Alle drei seien enge Gefolgsleute von Zumwinkel und müssten somit nicht mehr eingearbeitet werden.

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