Donnerstag, 05. Juni 2008
Modewelt nimmt Abschied: Trauerfeier für YSL in Paris
Mit einer bewegenden Trauerfeier hat die Modewelt in Paris Abschied von Yves Saint Laurent genommen. An der Zeremonie in der Pariser Kirche Saint-Roch nahmen auch Staatspräsident Nicolas Sarkozy und seine Gattin Carla teil. Als Topmodel Carla Bruni lief sie einst selbst für "YSL" über den Laufsteg.
Frankreichs "Premire Dame" trug einen der schwarzen Damen-Smokings, mit denen Yves Saint Laurent in den 60er Jahren berühmt geworden war. Unter den mehreren hundert Gästen waren auch die Schauspielerin und langjährige Freundin des Modeschöpfers Catherine Deneuve sowie zahlreiche Top-Designer wie John Galliano, Christian Lacroix und Jean Paul Gaultier.
Letzte Ruhe in Marokko
Der Couturier war am Sonntag mit 71 Jahren an einem Gehirntumor gestorben. Die Urne soll in einem Grab am Anwesen Saint Laurents in Marrakesch im Südwesten von Marokko beigesetzt werden. Der in Algerien geborene Couturier habe "einen großen Teil seines Lebens in Marokko verbracht", hatte sein langjähriger Partner Pierre Berg gesagt. "Dort wird er nun die letzte Ruhe finden."
Am Sonntagabend starb der Revolutionär der Damenmode im Alter von 71 Jahren in Paris an einem Gehirntumor. Fünf Jahrzehnte lang gehörte Saint Laurent zu den einflussreichsten Designern. Mit der Erfindung des Damen-Smokings und des Hosenanzugs für Frauen sicherte er sich schon in den 60er Jahren einen Platz im Modehimmel. Sein Credo: In Kleidern mit männlichen Schnitten können Frauen besonders weiblich und elegant wirken.
"Er wusste nichts von seinem Schicksal"
Er liebte die Frauen auf besondere Weise, weil er sie nicht begehrte. Noch kurz vor seinem Tod schloss Saint Laurent mit Pierre Berg eine nicht-eheliche Lebensgemeinschaft. "Wir haben einfach entschieden, dass das so sein muss", enthüllte Berg im Magazin "Paris Match". Sie hätten den Pacte Civil de Solidarit (PACS) in Saint Laurents Pariser Haus "aus symbolischen Gründen" besiegelt und amtlich gemacht.
Der unheilbare Hirntumor sei vor einem Jahr zufällig nach einem Sturz entdeckt worden, berichtete Berg der Zeitschrift. In den letzten Monaten sei es Saint Laurent sehr schlecht gegangen. "Er hat nicht mehr alleine gegessen und konnte nicht mehr sprechen." Wenn die Krankheit einen Vorteil habe, dann den, "dass man nicht leidet, nichts merkt". Saint Laurent habe von seinem Schicksal nichts gewusst. "Er hätte nicht die psychische Kraft gehabt, das zu ertragen."
Weltweit sollten die Yves-Saint-Laurent-Boutiquen am Nachmittag für zwei Stunden schließen.

