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Freitag, 17. Januar 2003

Rekorddefizit im Außenhandel: US-Verbraucher missmutig

In den USA sorgen am Freitag schwache Konjunkturdaten für Bedenken im Hinblick auf eine Erholung der wirtschaftlichen Situation. Die Wall Street reagierte mit Kursabschlägen, nachdem die jüngsten Daten zum Verbrauchervertrauen, der Handelsbilanz und zur Industrieproduktion veröffentlicht wurden.

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes ist im Januar nach vorläufigen Berechnungen der Universität Michigan überraschend weiter gesunken. Der Index des Verbrauchervertrauens sank auf 83,7 von 86,7 Zählern im Dezember, berichteten Finanzkreise in New York. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem unveränderten Indexstand gerechnet.

Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und damit das künftige Kaufverhalten der Verbraucher anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA aus. Das Verbrauchervertrauen wird aus den Indizes der Einschätzung der gegenwärtigen Bedingungen sowie zu den Erwartungen ermittelt. Den Angaben zufolge stieg der Index zur Einschätzung der aktuellen finanziellen Situation der Verbraucher im Januar auf 96,9 Punkte nach 96,0 Punkten im Vormonat. Der Index der Erwartungen für die nächsten zwölf Monate fiel dagegen auf 75,2 von 80,8 Zählern im Vormonat.

Das US-Außenhandelsdefizit ist im November auf ein Rekordhoch gestiegen. Gegenüber Oktober erhöhte sich das Defizit um 13,9 Prozent auf 40,1 Mrd. Dollar, teilte das Handelsministerium mit. Analysten hatten im Durchschnitt ein niedrigeres Defizit von 36,8 Mrd. Dollar erwartet. Die US-Importe stiegen den Angaben zufolge zum Vormonat um 4,9 Prozent auf 123,3 Mrd. Dollar. Die Exporte nahmen dagegen nur um 1,1 Prozent auf 83,2 Mrd. Dollar zu. In den ersten elf Monaten 2002 lag das Defizit im Außenhandel mit Waren und Dienstleistungen nach Angaben der Behörden auf dem Rekordniveau von 390,5 Mrd. Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte der Fehlbetrag noch bei 331,0 Mrd. Dollar gelegen.

Nach Angaben der US-Notenbank ist die US-Industrieproduktion im Dezember überraschend gesunken. Die Gesamtproduktion der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger in den USA sei zum Vormonat saisonbereinigt um 0,2 Prozent zurückgegangen. Im Vormonat November hatte die Fed einen Anstieg von 0,1 Prozent ermittelt. Analysten hatten hingegen mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Mit minus 4,7 Prozent habe vor allem die Autoindustrie weniger produziert.

Die Kapazitätsauslastung lag den weiteren Informationen zufolge bei 75,4 Prozent und damit unter dem November-Wert von 75,6. Im Gesamtjahr 2002 fiel die Produktion damit um 0,6 Prozent nach einem Minus von 3,5 Prozent im Jahr zuvor.

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