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Freitag, 21. Oktober 2005

Naher Osten: Ungelöste Konflikte

Ulrich W. Sahm, Jerusalem

Neben dem israelisch-palästinensischen Konflikt gibt es im Nahen Osten noch weitere ungelöste Probleme. n-tv Korrespondent Ulrich W. Sahm hat sie aufgelistet.

Israel-Libanon: Obgleich Israel sich mit Bestätigung der Vereinten Nationen hinter die internationale Grenze zu Libanon zurückgezogen hat, behauptet die libanesische schiitischen Hisbollah-Bewegung, die von Iran und Syrien gestützt wird, dass die "Schaba-Farmen" zu Libanon gehören und von Israel widerrechtlich besetzt gehalten würden. Gemäß internationaler Auffassung gehören diese Farmen aber zu Syrien. Es kommt immer wieder zu Feuergefechten zwischen israelischen Soldaten und Hisbollah-Kämpfern.

Israel-Syrien: Israel hält die syrischen Golanhöhen besetzt und hat noch keinen Friedensvertrag mit Syrien ausgehandelt. Zudem befinden sich in Damaskus Befehlszentralen radikaler Palästinenserorganisationen, darunter der radikalen palästinensischen Hamas-Organisation. Von Damaskus aus werden Anschläge gegen Israel gelenkt und befohlen. Die bezwecken unter anderem, den Waffenstillstand zwischen Israel und den Palästinensern zu sabotieren. Nach einem von Damaskus aus befohlenen Anschlag in Haifa 2003 hat Israel ein Trainingslager bei Damaskus bombardiert.

Libanon-Syrien: Syrien hielt bis März 2005 mit etwa 40.000 Soldaten den Libanon besetzt. Der syrische Geheimdienst ist angeblich bis heute in die Politik des Libanon verwickelt. Der pro-syrische Präsident Emile Lahoud hat den Premierminister Rafik Hariri zum Rücktritt gezwungen, woraufhin sich Hariri der Opposition anschloss und zum Wortführer jener Libanesen wurde, die einen Rückzug Syriens aus Libanon forderten. Hariri wurde ermordet, wobei der Verdacht besteht, dass der libanesische und der syrische Geheimdienst hinter dem Attentat stecken.

Iran: Das iranische Atomprojekt betrifft auch Israel. Der amerikanische Vizepräsident Richard Cheney hat behauptet, dass er einen israelischen Angriff auf iranische Atomanlagen "nicht ausschließen" könne. Weil jedoch eine iranische Atombombe und entsprechende Trägerraketen Berlin ebenso wie amerikanische Interessen am persischen Golf bedrohen, haben die USA und die EU Bemühungen aufgenommen, Iran diplomatisch am Bau einer Atombombe zu hindern. Ein militärisches Eingreifen Israels oder der Amerikaner, gilt als ausgeschlossen, weil nicht alle Orte zur Anreicherung von Uran bekannt sind.

Syrien-Irak: Die Amerikaner behaupten, dass viele Aufständische, die im Irak für die schweren Terroranschläge verantwortlich sind, durch Syrien in den Irak geschleust werden. Die USA üben erheblichen Druck auf Syrien aus, seine offene und verdeckte Unterstützung für Terror gegen Israel und gegen die US-Truppen im Irak einzustellen.

Ägypten: Terror im Sinai, darunter in Taba und Scharm A Scheich sowie in Kairo selbst gefährdet die Stabilität des ägyptischen Regimes, weil ein Wegbleiben der Touristen großen Schaden für die Volkswirtschaft Ägyptens bedeutet.

Weitere "Ungelöste Probleme in Nahost" betreffen die Aktivitäten des Terrornetzwerks El Kaida von Osama bin Laden, eine Destabilisierung von Saudi-Arabien und alles rund um den Irak.

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