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Freitag, 13. Juni 2003

Schreck für die US-Wirtschaft: Verbraucher vertrauen weniger

Eine Vielzahl von US-Konjunkturdaten prasseln heute wieder auf den Markt ein - und sie zeichnen ein unterschiedliches Bild von der Lage der US-Konjunktur. Die größte Beachtung findet dabei der Verbraucherindex der Universität Michigan - und er verheißt nichts Gutes.

Das Vertrauen der US-Bürger in die Wirtschaft ihres Landes ist stärker gesunken als erwartet. Wie eine Studie der Universität Michigan ergab, ist der Verbrauchervertrauensindex im Juni von 92,1 Punkte im Vormonat auf 87,2 Punkte gesunken. Analysten hatten auf 93,4 Punkte gehofft. Das Konjunkturbarometer misst die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im voraus. Diese gelten als wichtigste Stütze der US-Wirtschaft, da die Konsumausgaben rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA ausmachen.

Eine leichte Entspannung gibt es dagegen bei den Erzeugerpreisen. Sie sind im Mai wegen der gesunkenen Energiekosten zurückgegangen. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, belief sich der Rückgang auf 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem etwas geringeren Minus von 0,2 Prozent gerechnet. In der Kernrate - also ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel - stiegen die Erzeugerpreise wie von Analysten prognostiziert um 0,1 Prozent.

Doch auch der Rückgang der Erzeugerpreise ist kein ganz ungetrübtes Vergnügen. Im April waren sowohl Erzeuger- als auch Verbraucherpreise unerwartet stark zurückgegangen. An den Finanzmärkten kamen daraufhin Befürchtungen auf, es könne in der weltgrößten Volkswirtschaft zur gefürchteten Deflation - der gefährlichen Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen, zurückgehender Nachfrage und geringerer Wirtschaftsleistung kommen. US-Notenbankchef Alan Greenspan bemühte sich jedoch das Deflationsgespenst zu verscheuchen und wies wiederholt auf die Möglichkeit einer vorbeugenden Zinssenkung hin.

Die rückläufigen Ölpreise zeigten auch beim Außenhandelsdefizit Wirkung. Sie sorgten hier für einen leichten Rückgang. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, verringerte sich das Defizit im Handel mit Waren und Dienstleistungen auf 42,03 Mrd. Dollar von 42,87 Mrd. Dollar im Vorjahr.

Der Wert der Importe ging dabei um 2,1 Prozent zurück. Dies sei insbesondere auf ein starkes Minus bei den eingeführten Ölprodukten zurückzuführen. Im April sank der Ölpreis aufgrund der Erleichterung des Marktes über das sich abzeichnende Ende des Irak-Krieges gegenüber März im Durchschnitt um rund vier auf gut 26 Dollar. Dies war der stärkste monatliche Preisrückgang seit Anfang 1991.

Auch der Wert der US-Exporte ging etwas zurück, was insbesondere auf eine schwache Auslandsnachfrage nach Computerzubehör und Maschinen zurückzuführen ist. Die US-Exporteure leiden seit längerem an der weltweiten Konjunkturflaute und der Konkurrenz vor allem durch billigere chinesische Produkte. Der Effekt wird durch den schwächeren Dollar aufgefangen.

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