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Dienstag, 02. April 2002

Öl-Werte: Verdienen im Energiesektor

Eine Studie der Berenberg-Bank hat ermittelt, dass verschiedene Branchen in Abhängigkeit von der jeweiligen Phase des Konjunkturzyklus eher als andere hohe Renditen erreichen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Branchen-Anlagestrategie ist demnach, im Rahmen einer Analyse des Konjunkturverlaufs festzustellen, welche Phase des Zyklus im Betrachtungszeitraum vorliegt. Auch in Phasen der Konjunkturschwäche gibt es Branchen, die eine starke Performance aufweisen, so eine Feststellung der Studie.

Für die Phase der konjunkturellen Erholung, in der sich die Wirtschaft derzeit befindet, ermittelte die Studie die Energiebranche, die Banken, den Finanzsektor, den Versicherungsbereich sowie den Dienstleistungssektor bzw. die zyklischen Güter als die performancestarken Branchen.

Der Energiesektor

Die wichtigsten Energie-Werte, auf die sich eine konjunkturelle Erholung erfolgversprechend auswirkt, sind die Ölwerte. Auf dem Gasmarkt behindert die noch nicht vollzogene Deregulierung einen normalen Wettbewerb. Die Explorer (Produzenten) spielen eine übergeordnete Rolle. Die Versorger spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle.

Die Frage ist nicht, ob die Unternehmen profitieren werden. Bei einem Aufschwung werden sie auf jeden Fall gewinnen, urteilt Klaus Breil, Branchenexperte bei ADIG. Die Frage ist: kommt der Aufschwung? Ein Risiko stellt hier die OPEC bzw. der hohe Ölpreis dar. Die OPEC könnte aber die Preise wieder senken, wenn der Lieferanteil der Nicht-OPEC-Staaten zu groß wird. Die Branche wird Gewinne einfahren, bis die Wirtschaft wieder abflaut.

Der Ölpreis liegt für den derzeitigen Zykluszeitpunkt viel zu hoch. Ein Grund liegt im Kartellverhalten der OPEC. Eine Risikoprämie von derzeit vier Prozent schreibt Klaus Breil den Auswirkungen der militärischen Konflikte in Afghanistan und in Israel zu. Von Bedeutung sind auch die Öl-Lagerbestände, die Auskunft über eine eventuelle Ausweitung des Bedarfs geben. Eine erhöhte Nachfrage lässt sich aus dem Wiederanspringen der Konjunktur in den USA schlussfolgern.

Die europäische Entwicklung in diesem Sektor kann nicht von der in den USA abgegrenzt werden. Auf der Anbieterseite nimmt in Europa Russland eine „überwältigende Rolle“ ein. Die Lieferstrukturen sind hier über Jahre zementiert, beschreibt Klaus Breil die Situation. Andere Anbieter könnten auch berücksichtigt werden, z.B. Norwegen, Nordseeanreiner, Algerien, Tunesien, die Länder östlich der Türkei. Aber für die Einkäufer scheint es einfacher, sich bei einem Gesamtanbieter einzudecken, als bei einer Vielzahl, so Breil. Die Explorer scheuen sich zudem offensichtlich vor den zu tätigenden Investitionen in den anderen Ländern.

RoyalDutch, BP und TotalFinaElf sind bei den Explorern typisch aufgestellte Unternehmen. Die Höhe des Ölpreises ist für diese Unternehmen kein entscheidendes Kriterium. Auch Serviceunternehmen können hier profitieren. Die US-Firma Apache legte am Montag nach Bekanntwerden des Ölpreisanstieges zu. Ebenfalls für beobachtenswert hält Breil den Öl-Dienstleister Burlington.

Die Chance zu gewinnen ist laut ADIG überdurchschnittlich. Der Grund, dass die P/E-Ratios der Unternehmen derzeit auf einem verhältnismäßig niedrigem Niveau angesiedelt sind, liegt in der Ölpreisschätzungen der Broker. Diese bewegen sich derzeit lediglich bei 16 bis 18 Dollar pro Barrel.

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