Montag, 07. April 2008
Pocher, Bohlen, Kerkeling oder Raab: Wer folgt Thomas Gottschalk?
Die Diskussion um Thomas Gottschalks Nachfolge bei der Spiel-Show "Wetten, dass..?" ist bereits voll im Gange, obgleich Gottschalk noch längst nicht seinen Rücktritt angekündigt hat. Der Entertainer selbst heizte die Gerüchte an, als er öffentlich die Frage stellte, warum er sich "all das noch antun" müsse. Gottschalk moderiert das ZDF-Zugpferd mit einer Unterbrechung seit 1988. Seine Einschaltquoten waren zuletzt ein wenig rückläufig, dominierten aber weiterhin den Samstagabend.
An diesem Dienstag ist der blond gelockte Moderator zu Gast beim Fernseh-Kollegen Johannes B. Kerner. Bei der Aufzeichnung der Sendung stellte der 57- Jährige klar: "Ich habe nie gemeint: Warum sollte ich mir das mit "Wetten, dass..?" noch antun." Gottschalk zu Kerner: "Ich habe lediglich gemeint, warum muss ich mir die Kritiker antun, durch die ich gequält und verunsichert werde?"
Sollte er in einer Skala von eins bis zehn einschätzen wollen, wie viel Lust er noch auf "Wetten, dass..?" habe, würde er sofort mit "zehn" antworten, sagte Gottschalk. Ob die Show nach seinem Rücktritt aufgegeben werden soll? "Der ZDF-Intendant sieht das zu Recht anders", sagte Gottschalk. "Denn hat die Sendung die Kraft, mich zwei, drei Jahre weiter zu tragen, dann habe ich die selbe Kraft und wir tragen uns gegenseitig weiter."
"Nicht seine Stärke"
Kerner nannte Gottschalk vier Namen als mögliche Nachfolger: Hape Kerkeling, Oliver Pocher, Stefan Raab und Dieter Bohlen. "Kerkeling ist einer der begabtesten Moderatoren", meinte Gottschalk. "Aber er hat kein Interesse, weil er von sich sagt, es sei nicht seine Stärke, den Bogen von Paris Hilton auf die Wette mit den Besenaufstellern und die Kinder von Uwe Ochsenknecht überzuleiten." Über Pocher und Bohlen sagte er: "Man braucht eine grundsätzliche Freundlichkeit für "Wetten, dass..?". Und die ist mir gegeben."
Raab habe den Vorteil, dass er vollständige Sätze zustande bekomme. "Seine Häme ist legitim", urteilte Gottschalk über den ProSieben-Spaßmacher. "Aber sie gehört nicht in die Show "Wetten, dass..?"" Andere Namen wurden Gottschalk vom Moderator nicht vorgegeben. Sich selbst brachte Kerner nicht ins Spiel.
Wünsche für die letzte Show
Für viele Kollegen sei das "Vergessenwerden" ein Problem, sagte Gottschalk; es sei schwierig, den richtigen Punkt zu finden. "Alle dachten bei Hans-Joachim Kulenkampffs Abtritt, niemand könne ihn ersetzen. Aber niemand hat seinen Fernseher verkauft, als der Mann gestorben ist. Jede Zeit hat ihre Helden."
Für seine letzte Show wünscht er sich, dass Paul McCartney von links reinkommt, Ringo Starr von rechts und dass beide mit ihm gemeinsam "Ob-La-Di, Ob-La-Da" singen. Seine Beerdigungsfeier hätte er gern auf dem Petersplatz in Rom: "Aber das ist erst drei Päpste weiter..."

