Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
DO 12° / 25°
FR 8° / 22°
Archiv

Donnerstag, 15. April 2004

Hintergrund: Westjordanland und Gazastreifen

Seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 hält Israel den größten Teil der palästinensischen Gebiete Westjordanland und Gazastreifen besetzt. Die Palästinensische Autonomiebehörde unter Vorsitz von Jassir Arafat hat bisher nur einen Teil des Landes unter Kontrolle.

Im 5.600 Quadratkilometer großen Westjordanland leben rund 2,2 Millionen Menschen, davon etwa 200.000 jüdische Siedler. Der vertraglich festgelegte Machtbereich der Autonomiebehörde umfasst bisher nur einen Flickenteppich von etwa 200 verstreut gelegenen Siedlungsinseln. Die größten Städte in dem zwischen Israel und Jordanien gelegenen Gebiet, das etwa doppelt so groß wie das Saarland ist, sind Hebron und Nablus. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Muslime, vorwiegend Sunniten.

Israel baut derzeit an einer Sperranlage, mit der verhindert werden soll, das Terroristen vom Westjordanland aus nach Israel eindringen. Die Sperranlage soll eine Länge von über 700 Kilometer haben. Umstritten ist sie vor allem, weil die Anlage nicht dem Grenzverlauf von 1967 folgt, sondern die "Mauer" weit in palästinensisches Gebiet eindringt. Aus Sicht der Palästinenser wird das Territorium, das sie für einen künftigen Staat beanspruchen, damit wieder einmal beschnitten.

Der 364 Quadratkilometer kleine Gazastreifen an der Mittelmeerküste, der im Südwesten an Ägypten und im Osten sowie Norden an Israel grenzt, ist kleiner als das Bundesland Bremen. In der mit knapp 1,3 Millionen Einwohnern übervölkerten Region haben sich hauptsächlich im Süden und Norden rund 7.500 Juden angesiedelt.

Fast 99 Prozent der Bevölkerung sind Sunniten. Hauptstadt sowie Wirtschafts- und Verwaltungszentrum ist Gaza-Stadt.

Das Leben in den Palästinensergebieten wird bestimmt von Gewalt, Korruption, Hoffnungslosigkeit und Not, insbesondere unter den Jugendlichen. Fast 50 Prozent der Bevölkerung ist unter 15 Jahren. Die Wirtschaft erlitt in den letzten Jahren einen massiven Einbruch. Fast zwei Drittel aller Haushalte leben in großer Armut. Jeder zweite Palästinenser ist auf internationale Nahrungshilfe angewiesen. Die wenigen Arbeitsplätze finden sich im Dienstleistungsbereich, im Kleingewerbe und der Landwirtschaft. Arbeitgeber sind auch jüdische Siedler.

Unter Völkerrechtlern besteht weitgehend Einigkeit, dass die Siedlungen im Gazastreifen und im Westjordanland gegen die Genfer Konvention verstoßen. Israel sieht dies nicht so. Die Vierte Genfer Konvention verbietet einer Besatzungsmacht, das besetzte Gebiet mit der eigenen Bevölkerung zu besiedeln.

Artikel versenden

Hintergrund: Westjordanland und Gazastreifen

Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.