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In den vergangenen elf Monaten kostete der Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt laut ADAC 1,604 Euro.
In den vergangenen elf Monaten kostete der Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt laut ADAC 1,604 Euro.(Foto: picture alliance / dpa)

2013 wird nicht besser: Rekordjahr der Spritpreise

Die Benzinpreise an den Tankstellen brechen in diesem Jahr etliche Rekorde. Auch 2013 wird sich daran nichts ändern. Eine staatliche Meldestelle soll aber im kommenden Jahr dafür sorgen, dass Autofahrer im Bedarfsfall die preiswerteste Zapfsäule ansteuern können.

Autofahrer mussten in diesem Jahr so viel Geld für Sprit bezahlen wie nie zuvor. Nach Angaben des ADAC ist 2012 das bisher teuerste Tankjahr. Daran werden auch die zuletzt wieder gesunkenen Spritpreise nichts ändern, wie der Autoklub in München mitteilte. In den vergangenen elf Monaten kostete der Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt laut ADAC 1,604 Euro und damit satte 8,2 Cent mehr als im gesamten Vorjahr.

Auch Dieselfahrer mussten besonders tief in die Tasche greifen: Für einen Liter zahlten Autofahrer zwischen Januar und November im Schnitt 1,481 Euro, 7 Cent mehr als 2011. Dabei war schon 2011 ein Rekordjahr und auch 2010 verzeichnete einen Höchstwert beim Jahresdurchschnittspreis. Lediglich im Jahr 2009 gab es für die Autofahrer wegen der Krise eine kurze Verschnaufpause: Mit einem Literpreis von 1,273 Euro je Liter Super E5 war Sprit in jenem Jahr im Durchschnitt billiger als im Jahr zuvor.

Trend weist nach oben

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Der langjährige Trend weist nach oben. Zwar will der ADAC keine Vorhersage treffen, doch es sei zu befürchten, dass auch 2013 wieder ein Rekordjahr an den Zapfsäulen bringen wird, sagte ein Sprecher. Genaue Prognosen seien aber schwierig, denn viel hinge etwa vom Ölpreis ab. "Wie der sich entwickelt, lässt sich kaum vorhersagen." Eine Zuspitzung der Lage im Nahen Osten könnte den Preis erneut treiben. Sollte es allerdings zu  einer weltweiten Wirtschaftskrise kommen, wird der Preis gedrückt werden.

Allerdings sollen Autofahrer im kommenden Jahr schneller und transparenter über die Spritpreise informiert werden. Über ihr Mobiltelefon oder ein Navigationsgerät sollen Kunden bald jederzeit die aktuell günstigste Zapfsäule in ihrer Umgebung finden können. Tankstellen müssen künftig ihre Preisänderungen an eine neue Behörde melden, die die Preise dann ins Internet stellt. Das hat der Bundestag beschlossen. Ob die Meldestelle tatsächlich Einfluss auf die Benzin- und Dieselpreise haben wird, ist allerdings fraglich.

Benzinpreise über Handy-App

Nachdem zunächst geplant war, dass Tankstellen nur wöchentlich ihre Preise melden sollen, müssen die Tankstellenbetreiber dies künftig in Echtzeit tun. Um kleinen und mittleren Unternehmen zusätzliche Bürokratiekosten zu ersparen, werden sie von den neuen Meldepflichten ausgenommen. Die Echtzeit-Informationen können genutzt werden, um Autofahrern via Internet oder Handy-App einen Überblick über aktuell günstige Tankstellen zu verschaffen.

So soll der Durchblick bei den Benzinpreisen gestärkt werden, die oft sogar zwischen nahe beieinander liegenden Tankstellen erheblich schwanken. Ziel von Bundesregierung, Bundestag und Bundesländern ist es, so auch den Wettbewerb zu verbessern, da der deutsche Benzinmarkt von fünf großen Mineralölunternehmen dominiert wird. Die Meldepflicht soll bundesweit die Kostenkontrolle stärken - weitergehende Forderungen nach einer nur noch einmaligen Preiserhöhung pro Tag und andere Ideen für eine Kostenbremse fanden keine Mehrheit.

Der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard, wies Vorwürfe mangelnder Transparenz zurück. "Viele Mineralölgesellschaften stellen ihre Spritpreise bereits heute ins Internet." Jetzt schaffe der Gesetzgeber erstmals die Grundlage für eine umfassende Spritpreis-Übersicht. "Der Verbraucher profitiert davon durch zuverlässige und uneingeschränkte Preisinfos in Echtzeit."

Quelle: n-tv.de

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