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Die Giulia war eine der erfolgreichsten Baureihen des italienischen Autobauers Alfa Romeo. Sie wurde von Mitte 1962 bis Ende 1978 hergestellt.
Die Giulia war eine der erfolgreichsten Baureihen des italienischen Autobauers Alfa Romeo. Sie wurde von Mitte 1962 bis Ende 1978 hergestellt.

Julchens charismatische Tochter: 50 Jahre Alfa Romeo Giulia

Für viele Alfisti ist die Giulia der Alfa schlechthin. Bereits vor 50 Jahren eroberte sie die Herzen der Freunde von Sportlimousinen im Sturm. Für den Hersteller wurde der große Verkaufserfolg auch zu einem wirtschaftlichen Meilenstein.

Mit Sportlichkeit zu erschwinglichen Preisen wurde die Alfa Romeo Giulia vor 50 Jahren zum Erfolgsmodell. Die Nachfolgerin der legendären Giulietta verschaffte ihrem Hersteller den Eintritt in den Club der großen europäischen Massenhersteller. Charisma gewann die Giulia außer aus ihrem ausdruckstarken Design auch durch reinrassige Sportwagentechnik und moderne Aluminiummotoren, die schon zur Modelleinführung eindrucksvolle 68 kW/92 PS Leistung freisetzten. Ausstattungsdetails, wie Scheibenbremsen rundum, Fünfganggetriebe, Dreipunkt-Automatikgurte und Drehzahlmesser setzten in den 1960er Jahren Maßstäbe.

Rund 820.000 Einheiten der verführerischen Italienerin wurden in 16 Jahren verkauft, darunter atemberaubend-schöne Coupés und Spider, exzentrische Zagato-Sportler, reinrassige Rennwagen und die erste italienische Diesel-Limousine.

"Vom Winde modelliertes Auto"

Der Alfa Romeo Spider sorgte in dem Film "Die Reifeprüfung" für Furore.
Der Alfa Romeo Spider sorgte in dem Film "Die Reifeprüfung" für Furore.

Schon bei ihrer Premiere 1962 verdrehte die Giulia Publikum und Presse den Kopf - trotz der "eigenartigen Karosserieform" wie eine führende europäische Fachzeitschrift schrieb. Anders als ihre Vorgängerin war die Giulia ein "vom Winde modelliertes Auto", wie Alfa Romeo den damals sensationell günstigen cW-Wert von 0,34 kommentierte. Vier dynamisch dreinblickende Rundscheinwerfer, die niedrige Frontpartie mit abfallender Motorhaube, die stark geneigte Windschutzscheibe und das aerodynamisch geformte Heck im sogenannten Kamm-Stil machten klar, dass auch italienische Limousinen Lust an der Provokation haben können und nicht konservativ aussehen müssen. 

Ganz besonders betörend wirkte auch mit neuem Giulia Signet der offene Spider, dessen luftig-leichtes Sommerkleid Pininfarina entworfen hatte. Nachdem Dustin Hoffman 1967 im Kinoerfolg "Die Reifeprüfung" mit dem offenen Zweisitzer für Furore gesorgt hatte, stand sogar einem Alfa-Boom in den USA nichts mehr im Wege. Davon erfasst wurde auch ein 1963 lanciertes Coupé mit dem Signet Giulia Sprint GT. Hierzulande wurde dynamische Zweitürer unter dem Namen Bertone bekannt und blieb bis 1976 im Programm. Immer wieder aktualisierte Motoren mit 1,3 bis 2,0 Liter Hubraum bescherten dem Bertone-Coupé eine fast ewige Jugend.

Herzen im Sturm erobert

Die Giulia Limousine eroberte die Herzen so schnell, dass Alfa Romeo anfangs kaum mit der Erhöhung der täglichen Produktionsrate nachkam. Schon bald war sie auf italienischen Straßen allgegenwärtig, als sportliches Familienfahrzeug, aber auch als schneller Einsatzwagen von Polizia und Carabinieri.

Zum Stillstand kam die Giulia-Produktion erst 1978, ein Jahr nach der Vorstellung ihrer Nachfolgerin – die wieder Giulietta hieß und so die Sonderstellung der Giulia in der Geschichte von Alfa Romeo noch einmal betonte.

Quelle: n-tv.de

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