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In Genf gibt es Autos, die mit ihren alternativen Antrieben tatsächlich den Puls beschleunigen.
In Genf gibt es Autos, die mit ihren alternativen Antrieben tatsächlich den Puls beschleunigen.
Mittwoch, 08. März 2017

Nicht unter 1000 PS: "Alternative" Antriebe in Genf

Elektroautos, Plug-in-Hybride und Wasserstoff-Mobile mögen zu den alternativen Antrieben zählen, aber vom Hocker reißen sie einen selten. Deshalb seien an dieser Stelle alternative Antriebe der anderen Art vorgestellt, die sich in Genf präsentieren.

2017 geht es auf dem Genfer Salon deutlich weniger alternativ und grün zu als in manch anderen Jahren zuvor. Klar gibt es ein paar Elektroautos und Plug-ins zu bestaunen – die echten Alternativen zu der Armada von Drei- und Vierzylinder-Motoren stehen aber auf ganz anderen Messeständen. Dort zum Beispiel, wo man noch 1000 PS unter nur einer Motorhaube finden kann. Gerne auch mit Elektro-Unterstützung.

Beim Koenigsegg Regera gehören de 1000 PS zum guten Ton.
Beim Koenigsegg Regera gehören de 1000 PS zum guten Ton.

So etwa beim schwedischen Hersteller Koenigsegg, der mit dem Regera ein Fahrzeug anbietet, das einen Achtzylinder-Verbrenner mit drei E-Maschinen kombiniert. Diese Form eines alternativen Antriebs kommt auf eine Systemleistung von 1500 PS. Spitze: 411 km/h – wir haben es allerdings nicht ausprobieren können. Preis: Zwei Millionen Dollar. Ganz im Gegensatz zur Politik anderer Hersteller in dieser Preisklasse muss man auch nicht bereits zehn Fahrzeuge der Marke sein Eigen nennen, um den Zuschlag zu bekommen. Da sind die Schweden bekanntermaßen fair. Aber dreieinhalb Jahre Lieferzeit müssen schon eingeplant werden.

Artega Scalo Superelletra

Ein Traumauto im engeren Sinn ist der Artega Scalo Superelletra. Der soll in einer Auflage von 50 Einheiten produziert werden, aber ob es so kommt, steht noch in den Sternen. Wenn er denn wirklich käme, dürfen seine vier Elektromotoren rund 1020 PS leisten und ein Drehmoment von 1600 Newtonmetern produzieren. Da werden der Fahrer und seine zwei Passagiere gut vorankommen, zumal die Karosserie aus Alu und Kohlefaser nicht allzu viel Masse auf die Waage bringt.

Ob der Artega noch ein schönes Auto ist, mag jeder für sich entscheiden. Leistungstechnisch steht er an der Spitze.
Ob der Artega noch ein schönes Auto ist, mag jeder für sich entscheiden. Leistungstechnisch steht er an der Spitze.

Über das Gewicht spricht man nicht, aber immerhin über die Höchstgeschwindigkeit: Maximal 300 km/h sind drin. Und was wird er kosten? Vermutlich einen sehr hohen sechsstelligen oder einen knapp siebenstelligen Betrag. Artega verspricht übrigens, dass die Akkus des Scalo Superelletra per Gleichstrom-Netz binnen weniger als 20 Minuten wieder 80 Prozent ihrer Kapazität erreichen sollen. Noch so ein schöner Traum.

Zenvo GT TS1

Der Zenvo GT TS1 hingegen ist zwar ein Traumwagen, aber kein Traum, denn Zenvo-Fahrzeuge kann man kaufen – einen entsprechenden Kontostand vorausgesetzt. Für umgerechnet etwas mehr als eine Million Euro offeriert die exotische dänische Automanufaktur zu ihrem zehnjährigen Jubiläum einen optisch recht extrovertierten Supersportler mit konventionellem 5,8-Liter-V8.

Der Zenvo GT TS1 mit über 1000 PS.
Der Zenvo GT TS1 mit über 1000 PS.

Die Motorleistung fällt mit 1180 PS allerdings alles andere als konventionell aus. Der kompressorbeatmete Achtzylinder verfügt über Trockensumpfschmierung, damit der Hecktriebler auch ohne Ölfilm-Abriss so schnell um die Kehren witschen darf, wie es seiner Optik entspricht und wie man es erwartet.

Techrules

Bis man das bei der Techrules-Studie ausprobieren darf, wird wohl noch etwas Zeit ins Land gehen – wenn sie überhaupt als Serienwagen realisiert wird. Dafür haben sich die Chinesen eine originelle Technik einfallen lassen, um den Sportler als seriellen Hybriden auszulegen. So wird der Strom für die Elektroaggregate - die am Ende 1044 PS zur Verfügung stellen - von einer Turbine erzeugt. Und die Turbine kann quasi mit jedem fossilen Brennstoff befeuert werden, der auf dem Markt verfügbar ist; recht umweltfreundlich wäre es wohl mit Biogas. Diesel oder Kerosin gingen ebenso.

Große Flosse und Turbinenantrieb offeriert Techrules in Genf.
Große Flosse und Turbinenantrieb offeriert Techrules in Genf.

Mit abgeregelten 350 km/h ist die Studie in der Theorie wahrlich atemberaubend schnell. Man darf gespannt sein, ob solche Rand-Technologien im Zuge der immer strengeren gesetzlichen CO2-Limitierung den Weg in die Serie finden. Das chinesische Start-Up jedenfalls hat sich vorgenommen, mit seinem Hybrid-Strang auch in erschwinglichere Segmente vorzudringen.

Bugatti Chiron

Ganz und gar nicht erschwinglich ist dagegen der Bugatti Chiron, mit 2,86 Millionen Euro sogar noch teurer ist als der mit 1500 PS exakt gleich starke Koenigsegg Regera. Im Gegensatz zur schrulligen schwedischen Manufaktur haben sich die Elsässer mit finanzieller und technischer Unterstützung aus Wolfsburg bereits beim Vorgänger Veyron die Höchstgeschwindigkeit von mehr als 400 km/h im Guinness-Buch der Rekorde verewigen lassen.

Der Bugatti Chiron mit 1500 PS.
Der Bugatti Chiron mit 1500 PS.(Foto: Holger Preiss)

Bugatti-Chef Wolfgang Dürheimer möchte diesen Rekord mit dem Chiron natürlich wieder knacken. Um so schnell sicher fahren zu können, braucht es Reifen, die eigens für das Modell der Superlative entwickelt und produziert werden. Perfektion ist es, die der Chiron aus jedem Winkel ausstrahlt und die den Chiron für manche so attraktiv macht.

Das Heck des allradgetriebenen Achtliter-W16-Turbos mutet nun nicht mehr ganz so clean an wie jenes des Vorgängers und bringt ein bisschen Aufregung in das sonst eher kühl wirkende Ingenieur-Produkt. Rund die Hälfte der auf 500 Stück limitierten Chirons sollen übrigens noch verfügbar sein. Hier in Genf werden Bestellungen gerne entgegengenommen, und vorher kann man sein Wunschauto sogar per konventionellem Konfigurator auf der Homepage zusammenstellen. Fast schon ein bisschen zu profan für diese Liga.

Quelle: n-tv.de

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