Los Angeles Auto Show: Amerika ist wieder da
Die US-Autoindustrie scheint auf dem Weg der Genesung. Zumindest feiern sich die großen Drei aus Detroit wieder selbst. Eindrücke von der Messe in Los Angeles.
Ein Heimspiel ist die Messe an pazifischen Gestaden nicht gerade,und dennoch galt ein Gutteil der Aufmerksamkeit den "Big Three" GM, Fordund Chrysler. Noch im vergangenen Jahr waren buchstäblich die Lichter ausgegangen,zahlreiche Exponate standen im Dunkeln, weil weder Hersteller noch Händler für dieKosten der Elektrizität am Pressetag aufkommen wollten.
Diesmal ist das anders. Vor allem Chrysler fährt relativ schweres Geschütz auf,um ein deutliches Lebenszeichen abzusetzen. Fast das gesamte Modellprogramm wurdeüberarbeitet - angefangen bei der Marke Dodge, die in Europa verschwindet. Hierist es vor allem die Limousine Charger, die für Aufmerksamkeit sorgt: Er ist nochaggressiver gezeichnet als der Vorgänger und bereits in der Grundausstattung miteinem 218 kW/296 PS starken V6-Motor ausgerüstet. Gegen Aufpreis gibt es einen dumpfgrollenden V8-Motor. Und die Bedienelemente aus dem Mercedes-Regal - der Vorgängerbasierte auf der E-Klasse der Baureihe W210 - sind verschwunden. Eine leicht gedrosselteVersion des Pentastar-V6-Motors treibt auch die überarbeitete GroßraumlimousineDodge Caravan und sein Schwestermodell Chrysler Town & Country an. Nach Europakommt er übrigens unter dem Lancia-Label.
Hoffnungsträger Fiat 500
Das gleiche gilt für den Chrysler 200, eine glückliche Evolution des höchst durchschnittlichenSebring. Richtig Spaß macht der 200 allerdings erst mit dem Pentastar-V6 - und obder in dieser Mittelklasse-Limousine nach Europa kommt, ist alles andere als ausgemacht.Der Nachfolger des Chrysler 300 stand noch nicht in Los Angeles.
Geringfügig fallen die Änderungen am Jeep Patriot und am klassischen Wrangler aus,der vor allem ein neues Armaturenbrett erhält. Der Grand Cherokee wiederum hinterlässtim Vergleich zum Vorgänger einen positiven Eindruck. Besonders große Hoffnungensetzt der Chrysler-Konzern in den Fiat 500. Er kommt mit einem 75 kW/102 PS starken1,4-Liter-Motor auf den Markt und wird in Mexiko gebaut. Die Abweichungen zur europäischenVersion sind erheblich. So gibt es eine konventionelle Sechsgang-Wandlerautomatik;die Heckstruktur wurde für amerikanische Crashtests angepasst; die Sitze sind flacherund breiter, und es gibt eine breite Armlehne.
Regal oder LaCrosse, alles Insignia
Ford zeigt den sportlichen Mustang Boss 302 und den 184 kW/250 PS starken FocusST mit Vierzylinder-Turbomotor. Der neue Ford Explorer ist nach wie vor ein Hingucker,und im Interieur versucht der Hersteller, mit dem System MyFord Touch bzw. MyLincolnTouch Maßstäbe zu setzen. Dabei lassen sich die Bedienfelder über berührungsempfindlicheSensoren betätigen - das funktioniert allerdings noch nicht ganz glatt. Ob die Kundendiesen Status akzeptieren? Ford geht davon aus.
GM hat sich vollständig zurückgemeldet. Der vom Opel Insignia abgeleitete Regalerhält ein sportliches Spitzenmodell im Stil des Insignia OPC, das auf den NamenRegal GS hört und im Gegensatz zum Insignia nur mit einem - allerdings rund 188kW/255 PS starken - Vierzylinder-Turbo ausgerüstet ist. Auf gleicher Plattform (GMNew Epsilon) steht der komfortable, sanft gezeichnete LaCrosse, der jetzt unterder Bezeichnung eAssist als Mild-Hybrid auf den Markt kommt.
Neuer Saab 9-4X
Der brutal gezeichnete Camaro kommt jetzt offiziell als Cabriolet auf den Markt,Cadillac wiederum wagt mit der Studie ULC (Urban Luxury Concept) den Blick in dieZukunft. Der kantige, 3,84 Meter lange Monospace-Kompaktwagen wird von einem Dreizylinder-Turboangetrieben. Und auch der Saab 9-4X gehört im weiteren Sinne zum GM-Portefeuille,basiert er doch auf einer GM-Plattform und wird dort auch im Auftrag von Saab gebaut.
Und was machen die kalifornischen Lautsprecher der E-Mobilität? Tesla rüstet denToyota RAV4 im Herstellerauftrag zum Elektroauto um - und vom Fisker Karma mit seinemVierzylinder-Range-Extender ist zu hören, dass er fast 2,5 Tonnen auf die Waagebringen soll. Ungefähr so viel wie ein VW Phaeton.
Quelle: n-tv.de


